Duales Studium Agrarmanagement / Agrartechnik

Mit einem Studium Landwirt werden? Das gibt es wirklich. Ein duales Studium im Bereich Agrar, meist Agrarwirtschaft, -technik, -handel oder -marketing genannt, wird oft mit einer Ausbildung zum Landwirt verknüpft. Es gibt allerdings auch Firmen, bei denen man nicht auf dem Feld, sondern im Büro arbeitet, wenn man ein solches duales Studium absolviert. Wir haben den Überblick zu Agrar-Studiengängen: Infos zu Voraussetzungen und Gehalt, den Hochschulen und zu potenziellen Partnerunternehmen.

Ein duales Studium Agrarwirtschaft / Agrarmanagement / Agrartechnik / Landwirtschaft ist eine Kombination aus BWL, Technik/Ingenieurwesen und Landwirtschaft. Die prozentuale Verteilung dieser drei Bereiche im Studienplan ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. An der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf geht es z.B. auch um Maschinenbau und elektronische Systeme, während die Berufsakademie Dresden einen größeren Fokus auf die Ökonomie legt (60 Prozent der Inhalte).

Wenn du dich für ein duales Studium im Landwirtschaftsbereich interessierst, gehörst du zu einer stark nachgefragten Gruppe, denn es gibt zahlreiche Unternehmen, die ihre Studienplätze gerne vergeben würden. Wir haben nachfolgend erstmal einen grundlegenden Überblick über Agrarmanagement / Agrartechnik / Landwirtschaft dual und auch eine Datenbank mit den Hochschulen und potenziellen Partnerbetrieben.

Wusstest du, dass...

...das Ansehen des Landwirtes in der Gesellschaft sehr groß ist? 44 Prozent der Befragten zählen den Beruf Landwirt zu einem der wichtigsten und zukunftsweisenden Berufe.

...ein Betrieb in Deutschland durchschnittlich 58 Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet?

...in deutschen Ställen und auf Weiden u.a. 12,5 Millionen Rinder, 27,6 Millionen Schweine, 462.000 Pferde und Esel sowie 2,1 Millionen Schafe gehalten werden?

...jeder achte Euro in Deutschland für Lebensmittel ausgegeben wird? Das ist einer der niedrigsten Werte in der EU.

Alles, was du über das
duale Agrarstudium
wissen musst!

Die dualen Agrar-Studiengänge bieten dir, vor allem abhängig von deiner Wahl eines Partnerunternehmens, eine große Flexibilität bei der Vorbereitung auf die spätere Karriere. Wer gerne Landwirt werden und auf Feldern mit Pflanzen und Tieren arbeiten möchte, ist bei diesem Studium genauso richtig wie diejenigen, die sich dafür interessieren, wie Lebensmittel hergestellt werden und die wachsende Weltbevölkerung ernährt wird.

Oftmals werden die Studierenden belächelt á la "Studieren, um Bauer zu werden?" Aber zum einen ist der Beruf als Bauer/Landwirt heutzutage viel stärker von Technologie und BWL geprägt als die meisten Leute wissen und zum anderen kann man ja auch einen interessanten Bürojob nach dem Studienabschluss übernehmen. Die Berufsakademie Dresden schreibt auf Ihrer Webseite: Ziel des dualen Studiums Agrarmanagement seien "betriebswirtschaftlich spezialisierte und strategieorientierte Führungskräfte, die in landwirtschaftlichen Betrieben, im Agrarhandel, bei Agrardienstleistungseinrichtungen oder in der Ernährungsindustrie beste Perspektiven haben."

Was man auch wissen sollte: Je nach Hochschule ist der Studiengang mit einer klassischen Ausbildung zum Landwirt verknüpft. Du beginnst also zunächst mit dem ersten Jahr deiner Lehre bei einem landwirtschaftlichen Betrieb, bevor ab dem zweiten Jahr Studium und Ausbildung parallel laufen. Nach dem dritten Jahr kommt die Abschlussprüfung der Ausbildung und danach hast du noch zwei bis drei Semester duales Studium und dann mit dem Bachelor deinen zweiten Abschluss in der Tasche.

Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um sich in einem dualen Studium Landwirtschaft / Agrartechnik / Agrarhandel etc. ausbilden zu lassen? Wir unterscheiden zwischen den Voraussetzungen, die für dich persönlich gelten und den Anforderungen, die Hochschulen und Partnerunternehmen an dich stellen.

Voraussetzungen von Unternehmen und Hochschulen

Grundlage jedes dualen Studiums ist die Hochschulreife. Du brauchst also entweder das Abi oder Fachabi, um dich überhaupt bei einem Unternehmen bewerben zu können. Apropos Bewerbung: Das ist auch unterschiedlich geregelt: Manche Firmen, z.B. CLAAS, verlangen, dass du dich erst in den entsprechenden dualen Studiengang an der Hochschule einschreibst, bevor du dich bewirbst. Andere haben Kooperationsverträge mit den Hochschulen abgeschlossen und sobald du deinen Arbeitsvertrag bei der Firma unterschreibst, wirst du von ihr ins Studium eingeschrieben.

Bei der Bewerbung für dein duales Studium Agrarwirtschaft / Agrarmanagement / Agrartechnik / Landwirtschaft etc. achten die Unternehmen unter anderem auf deine Noten in den Fächern der Naturwissenschaften. Mathe ist nicht so ausschlaggebend, aber z.B. in Biologie und/oder Chemie ist eine gute Note von Vorteil.

Persönliche Anforderungen

Du solltest natürlich ein Interesse an der Landwirtschaft, aber auch an der BWL mitbringen. Etwas Technikverständnis kann auch nicht schaden, vor allem, wenn du zunächst eine Ausbildung zum Landwirt durchläufst, denn generell sind dort auch handwerkliche Fähigkeiten gefordert. Zudem musst du dich entscheiden: Möchtest du nach dem Studium eher im Büro arbeiten, z.B. bei Herstellern von Saatgut oder beim Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen? Oder zieht es dich raus in die Natur, auf die Felder und Äcker? Je nach Ziel solltest du dir nämlich andere Partnerunternehmen und Hochschulen suchen.

Studieninhalte

Während des dualen Studiums Agrarwirtschaft / Agrarmanagement / Agrartechnik / Landwirtschaft etc. beschäftigst du dich mit den landwirtschaftlichen Produktionsprozessen und deren ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen. Dazu gehören die biologischen und technischen Aspekte von pflanzlichen und tierischen Produktionsprozessen ebenso wie die sozialwissenschaftliche und ökonomische Analyse der Produktion und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte.

Auf dem Studienplan stehen z.B. solche Vorlesungen:

  • Bodenkultur & Düngung: Du lernst, welche verschiedenen Böden es überhaupt gibt, wie man sie nachhaltig bewirtschaftet und wie man den Nährstoffzustand des Bodens und der Pflanze misst, um eine geeignete Düngestrategie zu entwickeln.
  • Marketing und Management im Agrarbusiness: Wie verkauft man Lebensmittel an die Konsumenten? Wie organisiert man die Abläufe eines großen Agrarbetriebs? Wie finanziert man teure Anschaffungen und wie kann man die Preise für Waren ermitteln? Das sind nur einige der Fragestellungen.
  • Tierhaltung: Massentierhaltung oder Bio? Welche Vorschriften gibt es für die Haltung von Schafen, Pferden, Kaninchen, Geflügel, etc.? Wie sorgt man für eine gute Gesundheit der Tiere?
  • Chemie für Agrarwissenschaften: Für die Tier- und der Pflanzenproduktion ist Wissen u.a. aus der Biochemie, organischen oder anorganischen Chemie unerlässlich.

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Gehalt (während des dualen Studiums)

Leider veröffentlichen die Unternehmen, die solch ein duales Studium wie Agrarhandel, Agrarmanagement oder Landwirtschaft anbieten, auf ihren Webseiten keine genauen Gehaltsangaben. Immerhin konnten wir ein paar Angaben zu den Zusatzleistungen finden. Angaben über das Gehalt werden häufig erst im Vorstellungsgespräch gemacht.

Unternehmen1. Jahr2. Jahr3. JahrZusatzleistungen
BayWak.A.k.A.k.A.u.a. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Unterstützung bei Unterbringungs- und Fahrtkosten
Beiselenk.A.k.A.k.A.u.a. 25 individuelle Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Eine ungefähre Angabe für das Gehalt kann man der Ausbildungsvergütung für Landwirte entnehmen, denn oftmals geht das Studium ja mit einer solchen Ausbildung einher. Die Regelung sieht derzeit so aus:

  • 1. Ausbildungsjahr: 630 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 660 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 710 Euro

Auch die Zeitschrift AgrarHeute schreibt von 500 - 700 Euro Vergütung pro Monat, der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern nennt 550 - 675 Euro.

Studien- und Zeitmodelle

Duales Studium ist nicht gleich duales Studium. Es gibt verschiedene Studien- und Zeitmodelle, die von den Unternehmen und Hochschulen angeboten werden. Falls du dich damit noch nicht auskennst, solltest du unbedingt unseren ausführlichen Ratgeber zu Studienmodellen und unseren Artikel zu Zeitmodellen lesen.

Karriere und berufliche Perspektiven

Laut einer Betriebsbefragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sind 97 Prozent der Unternehmen "sehr zufrieden" oder "zufrieden" mit der Qualifizierung von Studenten, die ein duales Studium abgeschlossen haben. Auch Prof. Dr. Speth von der DHBW spricht im Interview von einer "Übernahmequote von 80 - 90 Prozent durch die Unternehmen". Das Unternehmen Beiselen, das u.a. den dualen Studiengang "Branchenhandel Agrar" anbietet, spricht auf der Webseite von über 80 Prozent.

Viele, die ein duales Studium wie Agrarhandel, Agrarmanagement oder Landwirtschaft absolvieren, steigen nach dem Abschluss aber auch z.B. in den elterlichen Betrieb ein. Die Karriereziele sind sehr unterschiedlich.

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