Duales Studium & Versicherung: Krankenversicherung & Co.

Das Thema duales Studium und Versicherung sorgt bei Studis & solchen, die es werden wollen, für viele Fragen: Wie muss ich mich im dualen Studium versichern? Wie funktioniert das mit der Krankenversicherung? Bin ich als dualer Student sozialversicherungspflichtig? Wir helfen dir, dich im Versicherungs-Dschungel zurecht zu finden.

Studentin steht unter einem RegenschirmEndlich: mit dem Studienstart beginnt ein ganz neues Leben. Mit der neuen Freiheit und Selbstständigkeit kommen allerdings auch ein paar „Erwachsenen-Pflichten" auf dich zu. Zum Beispiel, sich um Versicherungen zu kümmern. Gerade angehenden dualen Studis treibt das Thema Krankenversicherung & Co. erstmal den Angstschweiß auf die Stirn. Die Sorge, etwas Wichtiges zu vergessen und am Ende vielleicht schlecht oder unzureichend versichert zu sein oder saftige Nachzahlungen leisten zu müssen, ist groß. Wir erklären dir, was das duale Studium für deine Krankenversicherung bedeutet, welche Versicherungen du sonst noch brauchst und was es mit der Sozialversicherung auf sich hat.

Krankenversicherung im dualen Studium: Das musst du wissen

Im dualen Studium musst du dich grundsätzlich gesetzlich krankenversichern – sowohl in deinen Theorie- als auch Praxisphasen. Das gilt auch dann, wenn du vorher über deine Eltern privat krankenversichert warst. Anders als „normale“ Vollzeit-Studierende, hast du also keine Möglichkeit, dich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Allerdings kannst du dir mit einer sogenannten „Anwartschaft“ die Option offenhalten, später wieder in deine private Krankenkasse einzutreten. Das geht jedoch nur, wenn dein Gehalt nach dem Studium einen bestimmten Mindestbetrag überschreitet oder du dich selbstständig machst.

Warst du bisher in der gesetzlichen Krankenversicherung deiner Eltern mitversichert, ist auch das in der Regel mit Beginn des dualen Studiums nicht mehr möglich. Der Grund: Die beitragsfreie Familienversicherung endet, wenn du monatlich mehr als 450 Euro verdienst. Das Gehalt im dualen Studium liegt in den allermeisten Fällen deutlich über dieser Grenze. Um dich selbst zu versichern, wendest du dich an eine gesetzliche Krankenkasse deiner Wahl. Die monatlichen Beiträge führt dein Arbeitgeber dann automatisch direkt von deiner Ausbildungsvergütung ab. Aktuell liegt der Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung bei 14,6% deines Bruttolohns. Die Hälfte davon zahlt dein Arbeitgeber. Nochmal durchschnittlich 1,1 % fallen für den Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse an – diesen Betrag musst du alleine zahlen. Ein Beispiel: Bei einem Gehalt von 850 Euro im Monat im dualen Studium, kostet dich die Krankenversicherung etwas über 70 Euro.

Info

Früher gab es im dualen Studium noch Ausnahmen bei der Sozialversicherungspflicht. Inzwischen ist in § 5 Absatz 2, Nr. 4a des 5. Sozialgesetzbuches (SGB) geregelt, dass dual Studierende voll sozialversicherungspflichtig sind.

Wer dual studiert – egal, ob ausbildungsintegrierend oder praxisintegrierend, wird seit 2012 sozialversicherungsrechtlich wie ein normaler Arbeitnehmer oder Auszubildender behandelt und ist demnach pflichtversichert. Schlupflöcher gibt es keine.

Weitere Versicherungen: Welche braucht man?

Duale Studentin schaut nachdenklich auf ein TabletMan kann im Monat ganz schön viel Geld für die unterschiedlichsten Versicherungen ausgeben. Nicht alles davon ist gleich sinnvoll. Wir geben dir einen kurzen Überblick darüber, welche privaten Versicherungen im dualen Studium Sinn machen:

Haftpflichtversicherung?

Du verpasst dem Laptop eines Freundes eine unbeabsichtigte Cola-Dusche oder lässt das neue Smartphone fallen, das dein Kollege dir stolz vorführen wollte. Dumm gelaufen – und mitunter ganz schön teuer! Die Haftpflichtversicherung springt dann ein, wenn du ungewollt das Eigentum anderer beschädigst und Schadenersatzansprüche gegen dich gestellt werden. Weil kleine Fehler oder Unachtsamkeiten im schlimmsten Fall großen finanziellen Schaden anrichten können, solltest du auf eine Haftpflichtversicherung auch als dualer Student auf gar keinen Fall verzichten! Ob du im dualen Studium bei deinen Eltern mitversichert bist oder dich selbst haftpflichtversichern musst, erfragst du am besten bei der Versicherung deiner Familie. Keine Sorge: der monatliche Beitrag ist sehr gering.

Hausratversicherung?

Eine Hausratversicherung deckt Schäden an deinem Hausrat ab, die zum Beispiel durch Feuer, Wasser, Sturm, Einbruch oder Vandalismus entstehen. Zum Hausrat gehört alles, was du an Einrichtungs- und Gebrauchsgegenständen in deiner Wohnung oder deinem WG-Zimmer hast. Wie bei der Haftpflichtversicherung gilt auch hier: Erkundige dich bei der Versicherung deiner Eltern, ob deine Wohnung mitversichert werden kann, wenn du dual studierst. Ansonsten kannst du eine eigene Hausratversicherung abschließen. Ob das Sinn macht, ist in erster Linie davon abhängig, welchen Gesamtwert dein Hausrat hat.

Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wünschen tut es sich keiner, passieren kann es trotzdem: Wer aufgrund einer Krankheit langfristig nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, also berufsunfähig wird, hat schnell ein finanzielles Problem. Bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (auch BU genannt), sind sich daher fast alle Experten einig: Sie gehört zu den wenigen Versicherungen, die wirklich sinnvoll sind. In der Regel wird geraten, eine BU möglichst früh abzuschließen. Der Hintergrund: Je gesünder du bei Versicherungsbeginn bist, desto günstiger der monatliche Beitrag. Wer zum Beispiel Rückenprobleme oder andere Vorerkrankungen hat, muss diese bei der Antragstellung angeben. Die Versicherungen erheben dann Aufschläge, schließen bestimmte Erkrankungen von der Versicherungsleistung aus oder weigern sich sogar, dich zu versichern. Auch, wenn trotz Ausbildungsvergütung jeder Euro weniger auf dem Konto weh tut – über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung solltest du dir zu Beginn des dualen Studiums zumindest Gedanken machen. Trotzdem: du solltest nichts abschließen, was du dir (noch) nicht leisten kannst.

Exkurs: Sozialversicherung – was ist das eigentlich?

Als dualer Student bist du – genau wie Azubis – sozialversicherungspflichtig. Das heißt, du musst einen bestimmten Teil deines Bruttogehalts in die Sozialversicherung einzahlen. Zur Sozialversicherung gehören die gesetzliche Renten-, Pflege-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung. Das Prinzip ist im Grunde ganz einfach: Alle Arbeitnehmer zahlen etwas ein. Wer zum Beispiel arbeitslos, pflegebedürftig oder krank wird und deshalb nicht mehr selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann, bekommt Geld ausgezahlt. So sorgt das System der Sozialversicherung dafür, dass Risiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit & Co., die uns alle im Laufe des Lebens treffen können, abgesichert sind. Macht Sinn, oder? Die Abgaben zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen und Rentenversicherung werden automatisch von deinem Bruttolohn abgezogen und richten sich nach der Höhe deines Einkommens.

Tipp: Fragen zu Gehalt & Studienfinanzierung im dualen Studium?

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