Dualer oder normaler Master nach dualem Bachelor – geht das?

Viele junge Leute wollen nach dem Bachelor irgendwann noch einen Master draufsatteln. Aber wie sieht das bei einem dualen Studium aus? Ist es überhaupt möglich, nach einem solch kompakten dualen Studium noch einen „normalen“ Master an einer FH oder Uni zu machen? Und gibt es auch duale Master? Wir haben den Überblick.

Kurzer Hinweis: Wenn du konkrete Firmen für einen dualen Master oder entsprechende Studiengänge suchst, findest du diese hier:

Dualer Master: Infos, Studiengänge, Unternehmen

Verschiedene Studienmodelle, unterschiedliche Chancen auf einen Master

Im Internet finden sich viele Erfahrungsberichte von dualen Bachelor-Absolventen, die nur mit Mühe oder auch gar nicht ein Master Studium beginnen konnten. Denn obwohl der duale Bachelor dem Bachelorabschluss an sich gleichwertig ist, zeigen sich die Unterschiede leider oftmals im Detail. Und diese Details verhindern dann den Wechsel an eine andere Wunsch-Hochschule, um dort den Master zu absolvieren.

Problem: Fehlende Credit Points

Zur Erklärung: Jedes Bachelor Studium, egal ob Vollzeit oder dual, ist auf einem System von Credit Points aufgebaut, die für das Bestehen der verschiedenen Kurse vergeben werden. Je nachdem, wie intensiv die Kurse gelehrt werden, erhält man mehr oder weniger Credit Points am Ende. So kann es also sein, dass die Universität die Bewerbung für einen Master ablehnt, weil man für ein Fach statt der verlangten 6 Credit Points nur 4 im dualen Bachelor bekommen hat.

Es gibt dann die Möglichkeit, die Kurse an der Uni nachzuholen und damit die entsprechenden fehlenden Punkte zu erhalten, aber dafür muss man meist nochmal ein bis zwei Semester mehr studieren.

Beispiel: Wer sich nach dem dualen Maschinenbau-Bachelor an der DHBW für den Maschinenbau Master an der TU Darmstadt einschreiben will, muss wahrscheinlich die sogenannte „Materielle Eingangsprüfung“ bestehen. Hier wird der Wissensstand abgefragt, z.B. in den Bereichen Technische Mechanik, Statistik oder Numerische Berechnungsverfahren. Grund für diese Prüfung ist, dass der Uni-Master eher forschungsorientiert ist und daher viel mehr Wert auf ein großes theoretisches Know-how gelegt wird, als es im anwendungsorientierten (also praxisnahen) dualen Bachelor Studium vermittelt wurde. So entspricht beispielsweise der Umfang der Mathe-Fächer an einer dualen Hochschule oder Berufsakademie nur etwa 50% dessen, was an einer Universität gelehrt werde.

Unterschied von Berufsakademie zu Uni oder FH

Wer schon vor dem Beginn des dualen Bachelors weiß, dass er danach unbedingt einen Vollzeit-Master an einer Universität machen will, der ist eventuell mit einem dualen Studium nicht gut bedient. Dafür gibt es einen wichtigen Grund:

Da das Unternehmen in den überwiegenden Fällen die Studiengebühren bezahlt und auch in den Theoriephasen ein Monatsgehalt überweist, möchte es dafür natürlich eine Gegenleistung haben: nämlich dich als wertvolle Arbeitskraft. Häufig verpflichtet man sich beispielsweise für die ersten Jahre nach Studienabschluss weiter bei der Firma zu arbeiten. Es ist ja auch verständlich, denn warum sollte sich ein Betrieb die Mühe machen, dich auszubilden und dein Studium mit zu organisieren, also in dich und deine Zukunft zu investieren, wenn du dann direkt nach dem Studienabschluss kündigst. Es wird also von dir erwartet, dass du dich nach dem Bachelorabschluss möglichst umfassend im Unternehmen einbringst und dich voll auf deinen Job konzentrierst. Und eben nicht direkt kündigst und einen Vollzeit-Master studierst.

Soll es aber dennoch ein duales Studium sein, dann solltest du dich an einer Uni oder FH bewerben und nicht an einer Berufsakademie oder dualen Hochschule studieren. In Studienmodellen wie dem „Studium mit vertiefter Praxis“ oder dem „kooperativen Studium“ besucht man die „ganz normalen“ Vollzeit-Vorlesungen, während die Praxisphasen in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden.

Nach Abschluss der dualen Uni- oder FH-Studiengänge hat man es dann meist leichter, sich für einen Vollzeit-Master an einer Uni einzuschreiben.

Einfacher: Master an FH oder Dualer Hochschule

Etwas einfacher wird die Suche nach einem Master nach dualem Studium, wenn es nicht unbedingt eine Universität sein muss. Fachhochschulen und Duale Hochschulen sind seit je her sehr anwendungsorientiert und dort solltest du mit einem dualen Bachelorabschluss keine allzu großen Hürden haben.

Kommt diese Auswahl für dich in Frage, hast du auf jeden Fall auch genügend Studienmöglichkeiten. Bedenke aber auch, dass ein Vollzeitstudium nur sehr schwer, meist gar nicht mit einer Berufstätigkeit zu verbinden ist. Du müsstest also deinen Beruf aufgeben, auf dein Gehalt verzichten und erstmal wieder als Student die Hochschulbank drücken.

Option: Berufsbegleitendes Studium

Die einfachste, leider aber auch teuerste Variante für einen Master nach dualem Studium ist das berufsbegleitende Studium. Dabei kannst du dann sowohl noch einen zweiten Abschluss erreichen, als auch weiterhin berufstätig sein, ein Gehalt verdienen und Berufserfahrung sammeln. Die berufsbegleitenden Studiengänge gibt es als Fernstudium oder als Präsenzstudium (z.B. als Abendstudium). Je mehr Hochschulen es in deiner Umgebung gibt, desto größer ist die Chance, ein berufsbegleitendes Abendstudium zu finden. Ansonsten ist das Fernstudium, bei dem man ja räumlich unabhängig vom Hochschulort ist, eine gute Wahl. Sämtliche Studienoptionen kannst du ganz einfach auf unserem Partnerportal Studieren-berufsbegleitend.de recherchieren.

Unterstützung von Unternehmen gewünscht?

Du möchtest gerne finanzielle Unterstützung von deinem Unternehmen haben für den Master? Also optimalerweise nach dem dualen Bachelor Studium noch einen dualen Master dranhängen? Das geht, denn immer mehr Firmen lassen darüber mit sich sprechen. Logischerweise aber nur, wenn du nicht nur während der Studienzeit, sondern auch danach im Betrieb bleibst. Du musst dir also ein duales oder berufsbegleitendes Master Studium suchen und einen Vertrag mit deiner Firma schließen, in dem du dich für mehrere Jahre zur Zusammenarbeit verpflichtest.

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