Bewerbung für ein duales Studium

Wie und wo bewerbe ich mich für ein duales Studium? Bei dieser entscheidenden Frage helfen wir dir gerne weiter. Es gibt nämlich zwei Möglichkeiten sich für einen dualen Studienplatz zu bewerben. Wir geben dir den Überblick über beide Wege.

Frau mit Laptop und Unterlagen von obenGrundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten an einen dualen Studienplatz zu kommen: Entweder man bewirbt sich beim Unternehmen und wird nach der Zusage automatisch an der Partnerhochschule eingeschrieben oder man bewirbt sich bei einer Hochschule und sucht im Anschluss ein Unternehmen, mit dem die Hochschule kooperiert bzw. eines, das bereit ist, dich für Studienzeiten frei zu stellen.

Im Folgenden informieren wir dich ausführlich über beide Optionen – welche davon genutzt wird, ist nämlich bei jedem Unternehmen und dualen Studiengang anders. Und liegt natürlich auch einfach ganz bei dir!

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Die Bewerbung bei Unternehmen und Hochschulen

Bewerbung beim Unternehmen

Die Bewerbung über das Unternehmen ist die wohl meist genutzte Methode, wenn es um die Bewerbung für ein duales Studium geht. Als Studieninteressent sucht man häufig nach Unternehmen, die den Wunsch-Studiengang anbieten, um dort die Ausbildung bzw. das Langzeitpraktikum in Kombination mit einem Studium zu absolvieren. Duale Stellen sind zum Beispiel über unsere Studienplatzbörse, auf den Webseiten der Unternehmen und auch bei den Partner-Hochschulen zu finden. Noch mehr Tipps zur Studienplatzsuche erhältst du in unserem Artikel "Wie finde ich einen dualen Studienplatz?".

Hat man die zu seinem Berufswunsch passende Firma gefunden, bewirbt man sich dort mit den ausführlichen Bewerbungsunterlagen. Im ersten Schritt einzureichen sind

  • ein Bewerbungsschreiben,
  • Lebenslauf mit professionellem Bewerbungsfoto,
  • Kopie des aktuellen Schulzeugnisses und
  • weitere Unterlagen, die besondere Qualifikationen bezeugen (Zertifikate etc).

Kommt deine schriftliche Bewerbung gut an, wirst du zu einem Auswahlverfahren eingeladen. Das ist bei großen Unternehmen oft mehrstufig und besteht aus einem persönlichen Bewerbungsgespräch und einem Test, z.B. im Assessment Center. So versuchen die Unternehmen, die besten Kandidaten für die ausgeschriebene Stelle ausfindig zu machen. Damit du dich optimal auf ein solches Auswahlverfahren vorbereiten kannst, haben wir diesem einen eigenen Beitrag gewidmet. Ausführliche Informationen erhältst du im Artikel So verläuft ein Auswahlverfahren.

Worauf achten Unternehmen bei der Bewerbung?

Anschreiben 
Dein Bewerbungsschreiben ist das wichtigste Dokument deiner Bewerbung. Hier kannst du auf einer Seite alles reinbringen, was dich besonders für den dualen Studienplatz qualifiziert. Wie ein Bewerbungsschreiben aufgebaut ist, auf was du beim Verfassen achten solltest sowie ein Beispiel als Vorlage bekommst du auf der Seite "Ein Bewerbungsschreiben verfassen".

Lebenslauf
Dein Lebenslauf enthält die wichtigsten Stationen deines Lebens. Hier dürfen Praktika oder Nebenjobs nicht fehlen, denn sie belegen deine ersten Berührungspunkte mit dem Arbeitsleben.

Foto
Das Foto kann entweder auf dem Lebenslauf oder auch separat, zum Beispiel auf einem Titelblatt deiner Bewerbung, angebracht werden. Wichtig ist vor allem, dass es professionell gemacht wurde. Und dazu zählt nicht ein Bild, das von einem Freund mit guter Kamera geschossen wurde. Ein gutes Bewerbungsbild sollte im Fotostudio mit optimaler Ausleuchtung gemacht werden. So kommt deine Ausstrahlung am besten zur Geltung.

Schulzeugnis
Gute Noten werden gerne gesehen. Es gibt zwar offiziell keinen speziellen Notenschnitt zu erfüllen, die meisten Unternehmen bevorzugen aber Bewerber, die einen Schnitt mit mindestens einer Zwei vor dem Komma haben. Idealerweise hast du gute Noten in den Hauptfächern bzw. den Fächern, die für deinen Wunsch-Studiengang relevant sind. Wer zum Beispiel (Wirtschafts-) Informatik dual studieren will, sollte in Mathe keine Niete sein. Wer Logistik oder Eventmanagement anstrebt, punktet mit guten Noten in Fremdsprachen, für Medien- und Kommunikations-Studiengänge kann eine gute Deutsch-Note wiederum wichtig sein. Mehr dazu gibt es im Artikel "Voraussetzungen für ein duales Studium".

Weitere Unterlagen
Ein absoluter Bonus sind Zertifikate und Zeugnisse, die besondere Fähigkeiten nachweisen. Wenn du zum Beispiel einen Nebenjob hast, lass dir ein Zeugnis ausstellen. Ein bescheinigtes Schülerpraktikum oder ein Ehrenamt sind ebenfalls Pluspunkte.

Einschreibung in den Studiengang verläuft automatisch

Wenn du die Personalverantwortlichen beim Bewerbungsverfahren überzeugst, erhältst du den Ausbildungs- bzw. Praktikumsvertrag und kannst dich damit an der Hochschule oder Berufsakademie, mit der dein Unternehmen eine Kooperation vereinbart hat, in den Studiengang einschreiben („immatrikulieren“). Du musst kein weiteres Zulassungsverfahren der Hochschule durchlaufen. Allerdings gibt es hierbei Unterschiede: Manche Betriebe erwarten, dass du erst die Probezeit von sechs Monaten erfolgreich überstehst, bevor sie dir erlauben, das duale Studium zu beginnen. Bei anderen Betrieben beginnt das Studium quasi zeitgleich mit der Ausbildung/dem Praktikum.

Bewerbung bei der Hochschule

Eine weitere Methode, sich einen dualen Studienplatz zu sichern, funktioniert quasi genau andersherum. Das bedeutet, dass man sich bei einer Hochschule auf einen dualen Studienplatz bewirbt, bevor man einen Arbeitsvertrag von einem Unternehmen in der Tasche hat. Hier durchläuft man also erst das Bewerbungsverfahren der Hochschule und sucht sich dann nach bestandener Aufnahmeprüfung das passende Partnerunternehmen. Bei der Hochschule einzureichen sind:

  • Nachweis des Abiturs oder Fachabiturs
  • Teilweise gute Englischkenntnisse (je nach Studienrichtung)
  • Teilweise Nachweis eines Ausbildungs-/Praktikumsvertrags

Anders als bei der Bewerbung beim Unternehmen, verfasst du hier nicht immer eine individuelle Bewerbung, sondern reichst nur formale Unterlagen ein. Allerdings verlangen manche Hochschulen ebenfalls ein persönliches Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf, um deine Motivation zu prüfen und führen ebenfalls Assessment Center an einem Aufnahmetag durch. Diese können aus einem schriftlichen Test und/oder einem persönlichen Gespräch bestehen. Basierend auf dem Eindruck, den du hierbei hinterlässt, bekommst du den dualen Studienplatz oder nicht.

Es läuft also gar nicht so viel anders als bei der Unternehmensbewerbung. Bei vielen Hochschulen kann man sich das ganze Jahr über bewerben, andere haben wiederum feste Bewerbungszeiträume. Schau also genau hin, ob es eine Bewerbungsfrist gibt.

Gibt es einen Numerus Clausus (NC)?

Ja, manchmal kommt auch bei dualen Studiengängen ein NC zum Einsatz. Was ein Numerus Clausus genau ist, wie hoch dieser liegt und was es noch damit auf sich hat, verraten wir dir im Beitrag "NC im dualen Studium".

Ein Partner-Unternehmen finden

Bei manchen Hochschulen muss man bereits bei der Bewerbung einen Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag vorlegen, um sich überhaupt in den Studiengang einschreiben zu können. Das ist allerdings nicht immer so – viele Hochschulen gehen mit dir gemeinsam auf die Suche nach einem passenden Praxispartner.

Damit man nicht zu Studienbeginn ohne Firma für die Praxisphasen dasteht, unterhalten die Hochschulen Kontakte zu verschiedenen Betrieben, wie beispielsweise Katharina Dietl von der Europäischen Fachhochschule (EUFH) beschreibt: „Wir stehen mit über 600 Partnerunternehmen in Kontakt, welche duale Studienplätze anbieten.“ Auf den Webseiten der Hochschulen findest du häufig Listen mit potenziellen Partnerunternehmen, bei denen du dich bewerben kannst.

Zusätzlich kannst du auch Eigeninitiative zeigen und dir unabhängig vom Studienplatz eine Firma suchen. Es gibt nämlich sicherlich noch viele Firmen, die zwar Ausbildungen oder Langzeitpraktika anbieten, denen aber die Vorteile von dualen Studiengängen noch nicht bekannt sind. Wenn es dir also gelingt, dein Wunschunternehmen von dir als dualem Student zu überzeugen, gibt es auch die Möglichkeit, dass das Unternehmen nachträglich eine Kooperation mit der Hochschule eingeht und somit das Dualstudium ermöglicht.

Und wenn man kein Unternehmen findet?

In dem Fall helfen die Hochschulen gerne nochmal weiter. Manche führen sowieso schon vor der Suche ein Beratungsgespräch, um den bestmöglichen Praxispartner für dich zu finden oder bieten ein Bewerbertraining an. Bist du schon länger auf der Suche, kannst du meistens die Kontakte der Hochschulen nutzen. Selbst, wenn das Studium bereits beginnt und du noch keinen Praxispartner gefunden hast, ist das nicht das Aus des dualen Studiums. Die Hochschule IUBH Duales Studium gibt zum Beispiel eine Studienplatzgarantie, wenn die Praxispartnersuche länger dauert als geplant.

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