Wer übernimmt die Studiengebühren im dualen Studium?

Auch duale Hochschulen und Berufsakademien können für das duale Studium Studiengebühren verlangen. Oft werden die Studiengebühren vom Unternehmen getragen. Aber ist das tatsächlich immer so? Und übernehmen die Unternehmen die gesamte Summe? Wir erklären dir hier, worauf du bei der Vertragsabschließung achten solltest!

Beim klassischen Vollzeit-Studium ist es üblich, dass man an privaten Hochschulen und Berufsakademien Studiengebühren pro Monat bzw. Semester bezahlen muss. Das ist beim dualen Studium auch nicht anders. Während aber beim klassischen Studienmodell normalerweise immer die Studierenden für den Betrag aufkommen müssen, stellt sich beim dualen Studium die Frage, ob das Unternehmen die Kosten übernimmt – zumindest teilweise – und wie genau die Kostenübernahme geregelt ist. Daher findest du im Folgenden die unterschiedlichen Modelle, die von den Unternehmen angeboten werden.

Studiengebühren im dualen Studium

Die verschiedenen Modelle

Die Höhe der Studiengebühren ist nicht pauschal festgelegt, sondern variiert von Hochschule zu Hochschule. Grundsätzlich kannst du mit einem Betrag zwischen 300 und 600 Euro monatlich rechnen. Wie genau die Zahlung der Studiengebühren bei dir im Unternehmen gehandhabt wird, sollte auf jeden Fall im Ausbildungs-/Arbeitsvertrag festgehalten sein. Am besten fragst du bereits beim Bewerbungsgespräch, ob die Studiengebühren übernommen werden. Denn wenn du selbst (vielleicht auch nur teilweise) dafür aufkommen musst, solltest du dir frühzeitig Gedanken um die Finanzierung deines dualen Studiums machen. Musst du Miete, Studiengebühren, evtl. Fahrtkosten und Lebenshaltungskosten von deinem Auszubildendengehalt bezahlen, kann es mit dem Geld doch schnell eng werden. Ausführliche Infos dazu findest du in unserem Artikel über die Studienfinanzierung im dualen Studium.

Hier listen wir dir nun die verschiedenen Modelle auf:

Komplette Übernahme der Studiengebühren plus Gehalt

Das ist der optimale Fall! Wenn deine Firma die Studiengebühren vollständig übernimmt und dir dazu noch ein Gehalt zahlt, hast du auf jeden Fall die beste Variante erwischt. Es kann allerdings sein, dass dein Gehalt etwas niedriger ausfällt, da das Unternehmen einen Teil der Gebühren auf dein Gehalt umlegt. Trotzdem musst du dir bei dieser Variante weniger Gedanken um deine Studienfinanzierung machen, weil ein Großteil der Kosten durch die Firma abgedeckt wird – in den meisten Fällen zahlt das Unternehmen auch die Sozialbeiträge, die pro Semester an der Hochschule anfallen.

Studiengebühren auf Gehalt umgelegt

Es gibt auch den Fall, dass dein Gehalt sozusagen umgelegt wird und für die Zahlung der Studiengebühren verwendet wird. In dieser Variante wird von deinem eigentlichen Gehalt in der Regel nichts mehr übrig sein und du musst dir überlegen, wie du für deine Lebenshaltungskosten und evtl. weiter anfallende Kosten aufkommst.

Manche Studierende bekommen von ihrem Praxisunternehmen monatliche Zusatzleistungen, wie z. B. Zuschüsse zu Miet- oder Fahrtkosten. Damit kann dann immerhin ein Teil deiner Kosten gedeckt werden, allerdings wirst du wohl nicht darum herumkommen, dir im Vorfeld Gedanken über die Finanzierung deines dualen Studiums zu machen.

Teilen der Gebühren

Jemand im Anzug steckt seine Hand mit Geld in die KameraEine sehr häufige Variante ist die, die Gebühren zwischen dem Unternehmen und dem dualen Studierenden zu teilen. Wie das Verhältnis dabei ist, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Oft beträgt der Anteil 50:50, es gibt aber auch andere Regelungen. Die Commerzbank beispielsweise übernimmt zwei Drittel der Studiengebühren, das Geld für die Gebühren wird brutto mit dem Monatsgehalt ausgezahlt.

Damit kommen wir zu einem weiteren Punkt, der variieren kann: wie die Kostenübernahme geregelt ist. Entweder wird dir der Anteil direkt vom Gehalt abgezogen oder – wie beim Beispiel der Commerzbank – du bekommst den Anteil für die Studiengebühren zum Bruttogehalt überwiesen und kümmerst dich selbst um die Bezahlung. 

Keine Übernahme der Studienkosten

Es kommt leider auch recht häufig vor, dass dein Unternehmen die Studiengebühren gar nicht bezahlt und du ganz allein dafür aufkommen musst. Gerade Firmen, die zum ersten Mal ein duales Studium anbieten und das vielleicht auch nur auf das Drängen eines Interessenten hin, kennen sich am Anfang noch nicht so gut aus und bieten daher keine Übernahme der Studiengebühren an.

In diesem Fall gilt erst recht: Informiere dich frühzeitig, wie deine Vergütung, die Studiengebühren und evtl. Zusatzleistungen geregelt sind, denn die Studienfinanzierung durch BAföG und Co. eines dualen Studiums ist etwas komplizierter als beim klassischen Vollzeit-Studium.

Welche Möglichkeiten der Studienfinanzierung es für duale Studierende gibt, haben wir für dich in einem extra Beitrag zusammengestellt:

Studienfinanzierung im dualen Studium

Worauf du außerdem achten solltest

Neben der Frage, wie genau die Übernahme der Studiengebühren geregelt ist, gibt es noch ein paar kleinere Aspekte zu beachten, die indirekt damit zusammenhängen:

Studienabbruch oder frühzeitiges Verlassen der Firma

HändeschüttelnEin duales Studium kostet – auch die Unternehmen! Daher sichern sich die meisten Unternehmen durch bestimmte Zusatzklauseln im Arbeitsvertrag ab. Falls du also dein duales Studium mittendrin abbrichst oder falls du dich vertraglich für eine gewisse Zeit nach deinem Abschluss an das Unternehmen gebunden hast und doch vorher wechseln möchtest, kann es sein, dass du die vom Unternehmen gezahlten Studiengebühren anteilig zurückzahlen musst. Hast du dich also zum Beispiel dazu verpflichtet, mindestens drei Jahre nach deinem Abschluss im gleichen Unternehmen zu bleiben, möchtest aber bereits nach 1,5 Jahren wechseln, ist es sehr wahrscheinlich, dass du einen Teil der Studiengebühren an die Firma zurückzahlen musst.

Wie hoch die Rückzahlung ist, sollte auf jeden Fall vertraglich festgehalten werden. Wenn dieser Fall auf dich zutrifft, wendest du dich am besten an eine Rechtsberatung, die dir eine verbindliche Auskunft geben kann. Denn es kann immer vorkommen, dass bereits Gerichtsurteile zu deinen Gunsten gefällt wurden und eventuelle Klauseln in deinem Vertrag nicht mehr gültig sind.

Steuern

Die Steuern machen zwar nur einen kleinen Teil aus, aber trotzdem sollte man diesen Aspekt berücksichtigen. Denn in der Regel musst du Steuern zahlen, da du ja ein regelmäßiges Gehalt ausgezahlt bekommst. Prinzipiell gilt, je höher dein Bruttogehalt ausfällt, desto mehr Abgaben wirst du haben. Das bedeutet, dein Nettogehalt kann geringer ausfallen. Es kann also sein, dass sich deine steuerlichen Abgaben ändern, wenn dir deine Firma das Geld für die Studiengebühren beispielsweise auf dein Bruttogehalt aufschlägt.

Mehr Infos zu Steuern im dualen Studium bekommst du in unserem Beitrag zu diesem Thema.

Alle Infos zu Steuern im dualen Studium

Gehalt nur während Praxisphase

Manche Unternehmen zahlen dir nur Gehalt während deiner Praxisphasen! In diesem Fall wirst du normalerweise selbst für die Studiengebühren aufkommen müssen – auch ohne regelmäßiges Einkommen.

Semesterbeiträge

Die üblichen Sozial- bzw. Semesterbeiträge werden getrennt von den Studiengebühren behandelt. Achte also auch dabei darauf, ob dein Unternehmen diese Kosten übernimmt oder ob du selbst dafür aufkommen musst. Der Semesterbeitrag ist aber auf jeden Fall deutlich geringer als eventuell anfallende Studiengebühren.

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