Duales Studium Hebammenkunde / Hebammenwesen

Dieser Beruf ist viel mehr als nur Anweisungen zum Pressen im Kreißsaal zu geben. Wer sich für die intensive Arbeit mit Menschen und das faszinierende Entstehen neuen Lebens interessiert, sollte sich ein duales Studium Hebammenkunde genauer ansehen. Hier verbindet man eine Ausbildung direkt mit einem Bachelorstudium. Nachfolgend haben wir sämtliche Infos zu diesem Studiengang zusammengestellt: Von den Voraussetzungen und Studieninhalten über das Gehalt bis zu Auflistungen der dualen Studiengänge und passende Unternehmen.

35 Jahre ging die Geburtenrate nach unten – mittlerweile bekommen Frauen in Deutschland wieder mehr Kinder, meldet das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Und genau an diesem Punkt kommt eine ganz besondere Berufsgruppe zum Einsatz: Hebammen (und ihr männliches Pendant, die Entbindungspfleger) sind die Spezialisten für die Betreuung von Frauen und Familien in allen Phasen rund um Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit oder dem ersten Lebensjahr eines Babys.

Grundsätzlich ist für den Beruf als Hebamme die Berufszulassung nötig - früher legte man die dafür nötige staatliche Prüfung vor allem nach einer Ausbildung ab. Mittlerweile kann man die Berufszulassung aber auch direkt mit einem dualen Studium verbinden. Dabei hat man die Wahl zwischen spezialisierten dualen Studiengängen wie Hebammenkunde, Hebammenwesen oder Midwifery oder etwas allgemeineren Studiengängen wie Pflege oder Gesundheitsmanagement.

Auf der folgenden Seite findest du alles, was du über ein duales Studium zur Hebamme wissen musst und kannst direkt die Studiengänge und potenziellen Partnerfirmen finden.

Wusstest du, dass...

...die Geburtenrate in Deutschland bei ca. 1,5 Kinder pro Frau liegt? In Frankreich sind es ca. 2,0 und in den USA ca. 1,9 Kinder pro Frau.

...das Baby in der 10. Schwangerschaftswoche erst 18 - 25 Millimeter groß, aber schon fast vollständig geformt ist, vom Herz über das Gehirn bis hin zu den Gliedmaßen?

...die Blutmenge einer Schwangeren um bis zu 50 Prozent zunimmt? Sie hat am Ende der Schwangerschaft etwa 1,5 Liter mehr Blut im Körper.

Alles, was du über das duale Studium Hebammenkunde wissen musst!

Ein duales Studium im Bereich Hebammenkunde / Hebammenwesen ist relativ neu und in Deutschland noch nicht allzu sehr verbreitet. Nur eine handvoll Hochschulen bieten einen solchen Studiengang an. Es ist aber auch ein besonderes Studienmodell, das sich von anderen dualen Studiengängen nochmal abhebt.

Das duale Hebammen Studium wird als ausbildungsintegrierendes, aber auch berufsintegrierendes oder berufsbegleitendes Studium angeboten (siehe dazu auch den Absatz "Studien- und Zeitmodelle"). Es besteht meist aus zwei Teilen:

  1. Die klassische Ausbildung: Meist beginnt man das duale Studium mit dem ersten Jahr der Berufsausbildung. Insgesamt 3.000 Stunden muss man in der Berufspraxis aktiv sein, um die Ausbildung erfolgreich mit einer Prüfung abzuschließen.
  2. Das akademische Studium: Ab dem zweiten Ausbildungsjahr beginnt dann auch der Hochschulteil des dualen Studiums. Je nach Hochschule hast du entweder berufsbegleitende Vorlesungen, z.B. zwei Mal pro Woche abends und am Wochenende, oder du studierst in Blöcken, also z.B. drei Monate im Krankenhaus und drei Monate an der Hochschule.

Hast du dann nach drei Jahren deine Ausbildung abgeschlossen, ist dein duales Studium Hebammenkunde aber noch nicht zu Ende, sondern läuft noch zwei Semester. Diese Studienzeit wird dann in den meisten Fällen berufsbegleitend organisiert, während du im Berufsalltag schon als Hebamme voll im Einsatz bist.

Voraussetzungen

Das duale Studium soll, ergänzend zur Ausbildung als Hebamme, die Planungs- und Reflexionsfähigkeiten fördern, damit du die hochkomplexen klinischen und beraterischen Betreuungssituationen in den Bereichen Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Überleitung vom Wochenbett in die Phase der Familiarität in angemessener Weise bewältigen kannst.

Kurzum: Du lernst sowohl theoretisch als auch praktisch, wie du Schwangere, junge Mütter und deren Familien auf den Nachwuchs vorbereitest, begleitest und unterstützt.

Bei den Voraussetzungen für solch ein Studium sollte man in die Voraussetzungen von Unternehmen und Hochschulen sowie die Anforderungen an dich persönlich unterscheiden:

Voraussetzungen von Unternehmen und Hochschulen

Zuerst muss man sich für einen Ausbildungsplatz beim potenziellen Partnerunternehmen, z.B. der Hebammenschule eines Klinikums, bewerben. Nur, wenn man einen Ausbildungsvertrag in der Tasche hat, kann man einen Platz für ein duales Studium zur Hebamme erhalten. Meistens kooperieren die Unternehmen schon mit einer bestimmten Hochschule und schreiben dich quasi automatisch in den Studiengang ein. Diese Einschreibung kann wiederum nur erfolgen, wenn du die Berechtigung für ein Studium besitzt – also klassischerweise das Abi oder Fachabi gemacht hast.

Außerdem muss man gesundheitlich für die Ausübung des Berufs geeignet sein. Dafür wird z.B. von einem Amtsarzt überprüft, ob man unter Krankheiten leidet oder ob der Impfschutz noch aktiv ist.

Persönliche Anforderungen

Hebamme oder Entbindungspfleger ist ein besonderer Beruf. Man trägt sehr viel Verantwortung und muss auch in kritischen Situationen schnell und besonnen handeln. Man sollte auch ein grundsätzliches Interesse an der Medizin mitbringen und vor allem kommunikativ im Umgang mit Menschen sein. Weniger interessant sind dein Schulnoten in Mathe oder Englisch.

Studieninhalte

Wir gehen hier davon aus, dass du ein duales Studium wie Hebammenkunde, Hebammenwesen oder Midwifery mit deiner Ausbildung verknüpfst. Es gibt, wie oben schon erwähnt, ja auch Studiengänge wie z.B. Gesundheitswissenschaften, die hier in Verbindung angeboten werden. Da ändern sich natürlich auch einige Studieninhalte. Grundsätzlich werden dir aber solche Themen begegnen:  

  • Gesundheitspolitik und -versorgung: Natürlich solltest du wissen, wie das Gesundheitssystem überhaupt funktioniert, welche Bedeutung Krankenkassen haben, welchen Einfluss die Gesundheitspolitik auf den Beruf hat etc.
  • Ethik: "Was darf ich?, Was soll ich?, Was muss ich?" In diesem Fach beschäftigst du dich mit der Frage, welche Handlungen oder Entscheidungen moralisch vertretbar sind.
  • Qualitätsmanagement: Auch ein paar BWL-Fächer kommen im Studium vor. Hier lernst du z.B., wie man "gute Arbeit" verrichtet und nach welchen Qualitätskriterien man handeln muss.
  • Vitalfunktionen verstehen und erhalten: Vitalzeichen, z. B. der Herzschlag, sind das Zeichen der Lebendigkeit. Die Kontrolle der Vitalzeichen hat einen großen Stellenwert, da aus Veränderungen der Vitalzeichen Schlüsse auf mögliche Erkrankungen oder z. B. das Einsetzen der Wehen gezogen werden können.
  • Mutter und Kind nach der Geburt: Es gibt wahrscheinlich kaum etwas Emotionaleres als die Geburt. Welche psychischen und psychosozialen Veränderungen löst dies bei Mutter und Kind aus? Dies lernt man hier.

Du siehst, ein duales Studium zur Hebamme erweitert und ergänzt das Wissen, was du in der Berufspraxis z. B. in einem Krankenhaus lernst. Die BWL-Fächer sind z. B. nicht ganz unwichtig, wenn man später freiberuflich tätig sein möchte, andere Fächer helfen einem, in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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Gehalt (während des dualen Studiums)

Und was verdient man in diesem verantwortungsvollen Studium? Wir haben auf den Webseiten verschiedener Kliniken recherchiert:

Unternehmen1. Jahr2. Jahr3. Jahr
Uniklinikum Ulm1.037 €1.098 €1.194 €
Asklepios Kliniken Hamburg990 €1.052 €1.153 €
Universitätsmedizin Göttingen960 €1.026 €1.133 €
Klinikum Stuttgart915 €977 €1.078 €
St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn 1.010 €1.072 €1.183 €

Wenn du die dreijährige Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hast und als Hebamme oder Entbindungspfleger arbeitest, verdienst du schon das „normale“ Hebammengehalt. Laut verschiedener Online-Gehaltsvergleichsseiten liegt das dann im Schnitt zwischen 2.000 und 2.500 Euro pro Monat. Dein duales Studium läuft dann noch ca. 1 Jahr berufsbegleitend weiter, bevor du auch dort den (Bachelor-)Abschluss in der Tasche hast.

Studien- und Zeitmodelle

Duales Studium ist nicht gleich duales Studium. Es gibt verschiedene Studien- und Zeitmodelle, die von den Unternehmen und Hochschulen angeboten werden. Falls du dich damit noch nicht auskennst, solltest du unbedingt unseren ausführlichen Ratgeber zu Studienmodellen und unseren Artikel zu Zeitmodellen lesen.

Beachte hierbei, dass die Studiengänge im Bereich Hebammenkunde nur ausbildungs- oder berufsintegrierend bzw. -begleitend sind.

Karriere und berufliche Perspektiven

Über alle Studiengänge und Fachrichtungen hinweg werden laut Studie der Uni Duisburg-Essen rund 75 Prozent der dualen Studenten nach dem Abschluss vom Partnerunternehmen übernommen. Das sind also schon mal im ersten Schritt sehr gute Karriereaussichten für dich. Dazu kommt die Besonderheit bei diesem dualen Studium Hebammenkunde, dass du ja schon ab dem 4. Jahr fertig ausgebildet bist und einem "ganz normalen" Arbeitsalltag nachgehst. Du bist also sozusagen direkt mittendrin.

Dass man als Angestellte/r im Gesundheitswesen nicht reich wird, hast du wahrscheinlich schon gehört. Von den meisten Leuten wird das Verhältnis von Gehalt zum Arbeitseinsatz und auch der hohen Verantwortung, die man trägt, nicht als besonders ausgeglichen gewertet. Aber das ist ein Thema, das man leider nicht so einfach ändern kann.

Der Beruf hingegen ist für viele ein Traumjob, da man als Vertrauensperson ein unentbehrlicher Ansprechpartner für werdende Mütter und Väter ist. Wer auf der Karriereleiter nach oben wandern möchte, kann Leitungsfunktionen übernehmen. Dann organisiert man z.B. die Schichten der Kreißsäle, legt fest, nach welchen Richtlinien und Standards gearbeitet wird, und achtet darauf, dass diese den Ansprüchen der Qualitätssicherung gerecht werden. Darüber hinaus arbeitet man an der Verbesserung des gesamten Versorgungssystems innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs, optimiert Prozesse und Abläufe und bezieht neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die Arbeit mit ein. Wer ein duales Studium Hebammenkunden / Hebammenwesen / Midwifery absolviert hat, ist genau hierfür sehr gut vorbereitet.

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