Erfahrungsbericht: Duales Studium International Business an der DHBW Ravensburg

Über ein duales Studium hört und liest man viel – aber was davon entspricht auch der Wahrheit? Was sollte man unbedingt wissen, wenn man dual studieren möchte und wie sieht das Studentenleben an den verschiedenen Hochschulen und Berufsakademien aus? Wir haben Studenten und Absolventen um Erfahrungsberichte gebeten.

Im nachfolgenden Erfahrungsbericht erzählt Julia von ihrem dualen Studium International Business, das sie an der DHBW Ravensburg in Zusammenarbeit mit einem global agierenden Unternehmen.

 

 

Erfahrungsbericht von Julia

So bin ich an den dualen Studienplatz gekommen:

Gute Noten in den Schlüsselkompetenzen des Studienganges sind die Einladung zum Vorstellungsgespräch, eure Persönlichkeit jedoch der Schlüssel.

An meinem damaligen Gymnasium gab es einen Studienberater, der offene Stellen vermittelt hat. Leider waren die meisten, die für mich in Frage gekommen sind, nicht mehr aktuell. Jedoch habe ich mich selbst nach Firmen erkundigt, die in meinem Interessenbereich lagen. Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass man sich mit dem Produkt bzw. der Dienstleistung des Unternehmens identifizieren kann. Anschließend wird je nach Flexibilität und Mobilität weiter nach dem Standort gefiltert. Ich habe sechs Bewerbungen rausgeschickt und nach zwei Zusagen (meine Favoriten) die restlichen laufenden Bewerbungen abgebrochen.

Für das erste Vorstellungsgespräch bin ich nach München gefahren, dort gab es ein eintägiges Assesmentcenter (Selbstpräsentation, Gruppendiskussion, Gruppenaufgabe mit Präsentation auf Englisch, Einzelgespräch).

Das zweite Assesmentcenter war sehr aufwendig und ging über drei Phasen. Zuerst musste ein Psychologie- und Stresstest abgelegt werden, der über sechs Stunden ging. Von ca. 300 Teilnehmern, haben 24 bestanden. Wer bestanden hat, bekam zwei Wochen später schriftlich Bescheid und eine Einladung zum nächsten Assesmentcenter. Dort gab es als erstes ein Rollenspiel (Telefongespräch) und eine Gruppendiskussion (Pro und Kontra zu teilweise politischen Themen), anschließend wurde 1/3 der Teilnehmer nach Hause geschickt. Am selben Tag ging es weiter: Gruppenaufgabe, freie Erörterung (schriftlich) und anschließend – nachdem eine weitere Person nach Hause geschickt worden ist – das Einzelgespräch, in dem man aufgefordert wurde, das duale Studium und die Aufgaben des gewählten Berufes attraktiv zu verkaufen und zu präsentieren. Hierbei wurde getestet, ob man wirklich weiß, worauf man sich einlässt und ob man sich ausreichend über den Studiengang sowie die künftige Tätigkeit informiert hat. In diesem letzten Schritt, wo man bereits viele Teilnehmer hat gehen sehen, saß der Präsident der Institution und ich war sehr nervös und habe nicht damit gerechnet. Zwei Stunden später wurde ich telefonisch informiert, dass man sich für mich entschieden hat und wenige Tage später lag der Vertrag auf meinem Schreibtisch.

Ich habe mich für das andere Unternehmen entschieden. Um sich alle Möglichkeiten offen zu halten, sollte man auf jeden Fall mehrere Bewerbungen schreiben und die Unternehmensphilosophie studieren. Während der Vorstellungsgespräche kann es durchaus sein, dass man seine Meinung kurzfristig ändert.

Gute Noten in den Schlüsselkompetenzen des Studienganges sind die Einladung zum Vorstellungsgespräch, eure Persönlichkeit jedoch der Schlüssel. Ihr telefoniert nicht gerne mit fremden Menschen? Überlegt euch gut, wie ihr euch euren späteren Arbeitsplatz vorstellt. Ich bin wirklich froh, dass ich damals auf mein Bauchgefühl vertraut habe – wenn ihr beim Vorstellungsgespräch den Eindruck habt, ihr seid nicht in guten Händen, lasst lieber die Finger davon. Das Gespräch ist unangenehm, weil ihr den Eindruck habt, jemand stellt Fragen, die ihr ganz offensichtlich (noch) nicht beantworten könnt, um euch zu verunsichern, lasst lieber die Finger davon.

So läuft mein duales Studium ab:

Das erste Jahr wird von der Ausbildungsabteilung geplant, anschließend hat man etwas Raum, um Wünsche zu äußern und fängt langsam an eine bestimmte Richtung einzuschlagen (Finance, HR, Marketing etc.).

Der Wechsel zwischen Hochschule und Unternehmen befindet sich im 3-Monats-Takt und die Klausurenphase ist immer im dritten Monat des Theoriesemesters.

Die Abteilungen und Aufgaben werden individuell eingeteilt. Das erste Jahr wird von der Ausbildungsabteilung geplant, anschließend hat man etwas Raum, um Wünsche zu äußern und fängt langsam an eine bestimmte Richtung einzuschlagen (Finance, HR, Marketing etc.). Das hängt jedoch stark von der Größe des Unternehmens ab. Die Aufgaben sind vielseitig und hängen stark davon ab, ob euch euer Betreuer viel Verantwortung überträgt oder eher weniger. Zu Beginn des Studiums ist alles neu und man benötigt viel Einarbeitungszeit, dies bessert sich jedoch mit der Zeit und ist abhängig von eurer Persönlichkeit und Lernfähigkeit.

Meine Tipps für Studieninteressenten:

Für das Studium im Allgemeinen, ist Durchhaltevermögen ein unverzichtbares Gut.

Generell, sollte man sich so früh wie möglich damit auseinander setzten, was man selbst möchte. Das ist eine der größten Herausforderungen, da sich Schulabgänger in einer Phase befinden, wo sich alles fast täglich ändern kann. Das ist aber auch in Ordnung, ein Ausbildungsvertrag ein großer Schritt in die Berufswelt mit vielen praxisorientierten Vorteilen, jedoch ist es kein Pakt mit dem Teufel.

Ein großer Nachteil ist es, wenn die Hochschule nicht in unmittelbarer oder zumutbaren Umgebung des Unternehmens liegt und man alle drei Monate umziehen muss. Dies gestaltet sich besonders schwierig, wenn man weder Freunde noch Familie in der Nähe hat und es Städte betrifft, in denen z.B. Wohnungsnot herrscht oder überdurchschnittliche Mieten verlangt werden.

Auf der anderen Seite, kehrt man unfassbar selbstständig in den Alltag zurück und hat bereits in jungen Jahren vieles gemeistert. Für das Studium im Allgemeinen, ist Durchhaltevermögen ein unverzichtbares Gut. Man wird nicht in jedem Fach exzellente Leistungen zeigen können und das sollte man sich vor Augen führen und nicht verzweifeln. Stattdessen sollte man seine eigenen Stärken und Interessen hervorheben und auf diesen weiter aufbauen (z.B. als Vertiefungsfach wählen, Engagement zeigen). Setzt euch mit euch selbst auseinander, fragt euch wo ihr euch in 2,5 und 10 Jahren seht und informiert euch über den Studiengang und über das Unternehmen. Ein harter Weg, der sich sicher für viele lohnen wird.

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