Erfahrungsbericht: Duales Studium Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Köln

Außenansicht der TH Köln in der SüdstadtÜber ein duales Studium hört und liest man viel – aber was davon entspricht auch der Wahrheit? Was sollte man unbedingt wissen, wenn man dual studieren möchte und wie sieht das Studentenleben an den verschiedenen Hochschulen und Berufsakademien aus? Wir haben Studenten und Absolventen um Erfahrungsberichte gebeten.

Im nachfolgenden Erfahrungsbericht erzählt René Winter über sein duales Studium Bauingenieurwesen an der TH Köln und erklärt, warum Verdienst, Berufsaussichten und die Einblicke in die Praxis für den Aufwand und Stress im Studium entlohnen.

Erfahrungsbericht von René

Darum habe ich mich für ein duales Studium entschieden:

Auch wenn das erst einmal nach einer harten Arbeit aussah, schien mir die Option doch als idealer Kompromiss zwischen akademischer Ausbildung und der "handwerklichen" Praxis auf der Baustelle.

Nach der damals noch 13-jährigen Schullaufbahn an einem Gymnasium in NRW stand ich vor der Entscheidung, wie es mit meiner schulischen bzw. beruflichen Laufbahn weitergehen sollte. Wollte ich in den Job oder weiter die Schulbank drücken? Geld verdienen oder investieren? Schon zu Beginn der Oberstufe liebäugelte ich zunächst mit einem Job im Büro, ein Studium der Betriebswirtschaftslehre stand in Fokus, woraufhin ich mich auch bewarb.

Doch mit jedem Bewerbungsgespräch wurde mir klarer, dass das die falsche Entscheidung gewesen wäre – ich brauchte etwas "handfestes". So durchstöberte ich das Internet nach einem Studiengang, der mehr meinen Interessen entsprach. In der Fülle der Angebote, die ich zusammen trug, kristallisierte sich darauf mehr und mehr der Job des Bauingenieurs heraus. Nicht zuletzt dank der Internetseite www.werde-bauingenieur.de fiel so die Entscheidung auf ein duales Studium des Bauingenieurwesens im Verbund mit einer gewerblichen Ausbildung zum Straßenbauer. Auch wenn das erst einmal nach einer harten Arbeit aussah, schien mir die Option doch als idealer Kompromiss zwischen akademischer Ausbildung und der "handwerklichen" Praxis auf der Baustelle.

So bin ich an den dualen Studienplatz gekommen:

Ich war schon einer derjenigen, die auch ein halbes Jahr vor ihrem Abitur noch nichts festes in der Hand hatten. Doch glücklicherweise wird ja scheinbar wirklich überall gebaut, schon nach fünf Bewerbungen kamen Einladungen zu Bewerbungsgesprächen, die nicht nur einmal schnell mit dem Angebot eines Rahmenvertrages endeten.

Ein mittelständisches Straßenbauunternehmen im Sauerland sollte es sein. Im Gespräch machte sich schnell der Mangel an qualifizierten Ingenieuren mit dem richtigen Know-how bemerkbar, woraufhin man mir auch die guten Chancen nach dem Studium nahe brachte. Lange Rede, kurzer Sinn – nach nur zwei Tagen hatte ich meine verbindliche Zusage und einen unterschriebenen Vertrag in der Tasche.

So läuft mein duales Studium ab:

Die ersten beiden Jahre, sprich die ersten vier Semester, gestalteten sich im Blockunterricht. So waren im ersten Jahr frei Tage pro Woche für die überbetriebliche Ausbildung im Ausbildungszentrum vorgesehen.

Der Rahmenplan des dualen Studiums Bauingenieurwesen sieht eine gewerbliche Ausbildung in einem Bauberuf vor, dazu zählen z. B. Stahlbetonbauer, Zimmerer, Straßenbauer, Gleisbauer, Maurer, Rohrleitungsbauer und einige andere. Bereits vor Beginn des Studiums, im Juni, war der erste praktische Block in der betrieblichen Tätigkeit auf der Baustelle an der Reihe.

Neben ersten Eindrücken der Abläufe auf den Baustellen standen hier auch handwerkliche Fertigkeiten im Fokus, die im Rahmen der Berufsausbildung vermittelt werden sollten. Damit war gleichzeitig auch das i.d.R. erforderliche Praktikum auf der Baustelle abgehandelt. Mit dem darauffolgenden Wintersemester begann das eigentliche Studium. Hierzu standen mehrere Hochschulen zur Wahl, die jeweils verschiedene Studienrichtungen anboten. Dazu zählten u.a. die Fachhochschule Köln, Fachhochschule Aachen, Bergische Universität Wuppertal oder die Universität Duisburg – Essen.

Die ersten beiden Jahre, sprich die ersten vier Semester, gestalteten sich im Blockunterricht. So waren im ersten Jahr frei Tage pro Woche für die überbetriebliche Ausbildung im Ausbildungszentrum vorgesehen. Daher fielen so auch nur drei der insgesamt sechs Module des ersten Semesters an. Aufgrund des Zeitplanes verlängert sich das Studium automatisch um zwei Semester, um den notwendigen Platz für den dualen Teil zu schaffen.

Die übrigen drei Module folgten daraufhin im 3. und 4. Zeitsemester, die so allerdings erst den 2. Teil des 1. und 2. Semesters beinhalteten. In dieser Zeit fand die überbetriebliche Ausbildung an zwei Wochentagen statt, an denen die Vorlesungen der bereits absolvierten Module stattfanden. Ab dem 3. Fachsemester bzw. 5. Zeitsemester fanden die Vorlesungen an allen fünf Wochentagen statt, da bis hierher der Großteil der betrieblichen Ausbildung absolviert war.

Um die für die Berufsausbildung notwendige Zeit im Ausbildungsbetrieb zu gewährleisten, verbrachte ich die gesamten Semesterferien dort und arbeitete auf der Baustelle mit. So konnte ich bereits einen Teil der im Studium erworbenen Kenntnisse umsetzen und gleichzeitig den gesamten Betrieb kennenlernen, in dem ich wohl auch nach dem Abschluss meines Studiums übernommen werde. Im Rahmen der gewerblichen Ausbildung war nach zwei Jahren eine Zwischenprüfung vorgesehen, mit der ich den Titel "Facharbeiter" erwarb.

Nach dem dritten Jahr wird die Ausbildung mit der Prüfung zum Straßenbauer "Gesellen" abgeschlossen. Im Moment laufen die Vorbereitungen dafür, auch wenn die dort gefragten Kenntnisse im Verhältnis zu den Studieninhalten eher einfach erscheinen. Nach dieser Prüfung stehen noch insgesamt drei Semester an, in denen das Vertiefungsstudium ansteht. Der genaue Studienablauf ist jedoch abhängig von den jeweiligen Studienordnungen der verschiedenen Hochschulen.

Meine Tipps für Studieninteressenten:

Auch wenn die Zeit zwischen Ausbildung und Studium manchmal knapp zu werden scheint, entlohnen doch der Verdienst, die Berufsaussichten und die Einblicke in die Praxis, die kein Praktikum ersetzen kann, für jeden Aufwand. 

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