Vorteile & Nachteile des dualen Studiums

„So ein Modell ist toll, da es das Beste aus Studium und Ausbildung verbindet!“ – „Dank des Arbeitgebers verdiene ich sogar noch Geld während des Studiums!“ – „Ein normales Studium wäre mir viel zu theorielastig.“

Diese und viele weitere Aussagen hört man oft, wenn es um die Entscheidung zwischen einem dualen und einem „normalen“ Vollzeitstudium geht. Aber ebenso wie beim „normalen“ Studieren ist auch im dualen System nicht alles Gold was glänzt. Auf der anderen Seite gibt es natürlich schon Vorteile. Nachfolgend wird ein Überblick über die Vorteile und Nachteile gegeben.

Duales Studium: Vorteile

Vorteile duales StudiumFangen wir mit den positiven Seiten an, denn natürlich hat ein duales Studium Vorteile wie beispielsweise:

Praxisnähe
Dies ist sicherlich der ausschlaggebende Faktor. Wer sich für ein duales Studium entscheidet, sammelt schon während der Studienzeit mehrere Jahre Berufserfahrung und erleidet dementsprechend beim Sprung ins Berufsleben nach dem Bachelorabschluss keinen Praxisschock mehr. Da die Praxiserfahrung ein sehr wichtiger Punkt bei Bewerbungen bzw. Bewerbungsgesprächen ist, können Absolventen eines dualen Studiums damit ordentlichen punkten.

Mehrere Abschlüsse
Dieser Vorteil gilt nicht für alle Formen des dualen Studiums, sondern nur für das ausbildungsintegrierende Modell. Wer sich hierfür entscheidet, muss zwar zu Studien- und Ausbildungszeiten mehr Zeit für Berufsschule und Vorlesungen einplanen, kann aber am Ende einen (meist) staatlich anerkannten Berufs- und Hochschulabschluss (Bachelor) vorweisen.

Studienfinanzierung fällt leichter
Durch das Gehalt, was man vom Arbeitgeber bezieht, lassen sich die Kosten für ein Studium (Studiengebühren, Lehrmaterial, evtl. eigene Wohnung, Essen, Trinken, etc) besser refinanzieren. Je nach Hochschule oder Berufsakademie bezahlt sogar das Unternehmen die Studiengebühren und zusätzlich noch ein (allerdings nicht allzu üppiges) Gehalt. Reich wird man durch ein duales Studium natürlich erstmal nicht, wer sich allerdings sonst kein Studium leisten könnte, für den ist die Bezahlung ein großer Vorteil. Allerdings sollte man beachten, dass nicht jedes Gehalt die Studienkosten komplett deckt, wie unsere Umfrage zeigt.

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Schneller Einstieg in die Festanstellung
Für die Unternehmen hat das Anbieten eines dualen Studiums natürlich den Sinn, qualifizierte Nachwuchsführungskräfte auszubilden und für die Firma zu gewinnen. Und wer seinem Schützling drei Jahre lang die Studiengebühren bezahlt hat, hat natürlich ein Interesse, denjenigen weiterhin an sich zu binden. So kommt es, dass rund 80 Prozent der Absolventen sofort vom Unternehmen übernommen und festangestellt werden. Die Suche nach einem ersten Job für die Zeit nach dem Studium entfällt also. Ein großer Vorteil eines dualen Studiums.

Gute Studienbedingungen
Bei den Institutionen (Fachhochschulen, Duale Hochschulen und Berufsakademien), die solch ein Studienprogramm anbieten, studiert man meistens zu sehr guten Bedingungen. Die Studiengruppen bestehen aus 10 bis 40 Personen, solche Verhältnisse sind in einem „normalen“ Vollzeitstudium seltener. Zudem hat man den Vorteil, dass die Institutionen moderner ausgestattet sind.

Duales Studium: Nachteile

Nachteile duales StudiumWo Licht ist, gibt es auch Schatten. Damit du dir einen ehrlichen Einblick verschaffen kannst, sind nachfolgend die Nachteile des dualen Studierens aufgeführt.

Wenig Wissenschaftlichkeit bzw. kaum Vorbereitung auf wissenschaftliche Laufbahn
Durch den sehr hohen Praxisanteil im dualen Studium kommt an manchen Stellen die Wissenschaftlichkeit, die ein Studium eigentlich auszeichnet, etwas zu kurz. Zudem wird nur in Randbereichen auf das Thema Forschung eingegangen. Wer während der Studienzeit merkt, dass auch eine wissenschaftliche Laufbahn als Dozent (und evtl. später Professor) an einer Hochschule in Frage kommt, der hat mit einem dualen Studienabschluss Schwierigkeiten, in diesen Bereich zu wechseln. Auch wer den „Doktor machen“, also promovieren möchte, der wird sich sehr schwertun, einen Doktorvater zu finden.

Hohe Arbeitsbelastung
Ein duales Studium ist nicht unbedingt für zartbesaitete Personen geeignet. Durch den ständigen Wechsel von Praxisphasen (in denen man evtl. sogar noch zusätzlich zur Arbeit auch die Berufsschule besuchen muss) und Vorlesungszeiten (an deren Ende oft wichtige Klausuren stehen) ist ein duales Studium ganz schön arbeitsintensiv. Außerdem kann man sich im Frühjahr und Sommer während der Semesterferien nicht erholen, da man eben keine Semesterferien hat. Als dualem Studierenden stehen einem nur die Urlaubstage des Betriebs zu, also meist zwischen 25 und 30 Urlaubstagen pro Jahr.

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Abbruch des dualen Studiums nur schwer möglich
Wer sich einmal für ein duales Studium entschieden hat, der sollte dies nach Möglichkeit auch zu Ende führen. Es kann aber natürlich auch sein, dass man mit seiner Studien- und Berufswahl unzufrieden ist und es einem überhaupt keinen Spaß macht. Dann macht der Abbruch des Studiums schon Sinn, allerdings kann der (ehemalige) Arbeitgeber in solchen Fällen die Rückzahlung der bis dato geleisteten Studiengebühren verlangen. Diese finanzielle Bürde zwingt manche dualen Studenten dazu, die Ausbildung zu Ende zu bringen, obwohl sie wissen, dass sie sich falsch entschieden haben und sich jeden Tag zur Arbeit „quälen“.

Festlegung auf einen Arbeitsbereich
Anders als bei einem „normalen“ Vollzeitstudium, bei dem man in den Semesterferien unterschiedliche Praktika bei den verschiedensten Firmen aus verschiedenen Branchen machen und durch diese vielen Erfahrungen individuell im Studium seine Schwerpunkte setzen kann, legt man sich bei einem dualen Studium von Beginn an auf einen Tätigkeitsbereich fest. Wenn man merkt, dass man damit genau sein Interessensgebiet getroffen hat, ist diese Spezialisierung natürlich ein Vorteil. Ebenso ist es aber leider ein Nachteil, wenn die Arbeitsrealität dann anders aussieht, als man es sich vorgestellt hat.

Fazit: Informieren ist Pflicht

Richtige RechercheHat ein duales Studium mehr Vorteile oder Nachteile? Dies lässt sich nicht pauschal sagen, da es auf die individuelle Person, also den Studieninteressenten, ankommt. Es ist unheimlich wichtig, sich ausführlich zu informieren und zum Beispiel Abimessen (Einstieg Abi, azubi- und studientage, uvm) und auch die Studienberatungen der normalen und dualen Hochschulen/ Berufsakademien zu besuchen. Auch der Austausch z.B. in Onlineforen mit anderen Studierenden kann helfen. Nur so kann man beispielsweise eine Liste „Duales Studium – Vorteile & Nachteile“ entwickeln und sich letztendlich für die persönlich passende Studienform entscheiden.

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