Duales Studium & Versicherung – Wie sieht die Regelung für Studierende aus?

VersicherungIn vielen Foren liest man die gleichen Fragen: „Ich mache ein duales Studium, wie muss ich mich versichern? Oder bin ich pflichtversichert?“ Das Thema „Duales Studium & Versicherung“ hat bei vielen Studieninteressenten zu Fragen geführt. Wir haben recherchiert und stellen nachfolgend den aktuellen Stand dar.

Die entscheidende Nachricht direkt zu Beginn: Alle dual Studierenden sind voll sozialversicherungspflichtig. Denn in § 5 Absatz 2, Nr. 4a des Fünften Buches SGB heißt es, dass Teilnehmer an dualen Studiengängen den Beschäftigten zur Berufsausbildung im Sinne des Absatzes 1 Nummer 1 gleich stehen, also Arbeitern, Angestellten und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind.

Und deshalb fallen während des gesamten Studiums Beiträge zur Renten-, Pflege-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung an. Die Beitragshöhe hängt von dem Gehalt ab. Ist es nicht höher als 325 Euro (Geringverdienergrenze), muss der Arbeitgeber die gesamten Sozialversicherungsbeiträge alleine tragen.

Schlupflöcher existieren nicht

Es ist nicht möglich, sich auf Minijobbasis oder als Werkstudent einstellen zu lassen, um die Sozialversicherungspflicht zu umgehen. Denn bei einem dualen Studium gibt es immer Hinweise wie beispielweise die Verzahnung von Theorie und Praxis, welche die wahre Natur des Arbeitsverhältnisses verraten.



Seit 2012 gibt es keine Ausnahmen mehr

SozialversicherungBis zum 31.12.2011 galt die Sozialversicherungspflicht nicht für praxisorientierte duale Studiengänge. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass die Studierenden den Praxisteil in einem Unternehmen verbringen und dafür meist während der gesamten Studiendauer eine Vergütung erhalten. Als Richtschnur galt das Urteil des Bundessozialgerichts (Az. B 12 R 4/08 R) vom 1.12.2009. Es entschied, dass der Studierende während des gesamten Studiums nicht Beschäftigter iS des § 7 Abs. 1 SGB IV noch einem solchen gleichgestellt gewesen sei. Die Berufspraktika seien Teile des Studiums und damit der Unterrichtsveranstaltungen gewesen. Es habe Versicherungsfreiheit als ordentlicher Studierender bestanden.

Seit dem 01.01.2012 gilt nun eine einheitliche Beurteilung für alle dualen Studiengänge. In dem Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze, BT-Drs. 17/6764 wurde argumentiert:

„Die Regelung trägt der Tatsache Rechnung, dass einheitliches Merkmal dualer Studiengänge die enge Verzahnung zwischen theoretischem Unterricht an der Hochschule oder Akademie und der praktischen Phasen im Ausbildungsbetrieb, das hohe Maß an Praxisphasen sowie typischerweise die Zahlung einer Vergütung vom Arbeitgeber an die Studierenden ist. Diese Umstände rechtfertigen es, die Studienteilnehmer sozialversicherungsrechtlich so zu behandeln wie die zur Berufsausbildung Beschäftigten, mit denen sie im Übrigen auch in wirtschaftlicher Hinsicht vergleichbar sind“.

Mehr Geld trotz Abgabe

Die neue Sozialversicherungspflicht für alle muss aber nicht zwingend von Nachteil sein. Denn auch bei praxisorientierten, dualen Studiengängen fielen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an – sofern die Studierenden nicht in ihrer Familienversicherung abgesichert waren. Je nach Gehalt kann es nun passieren, dass die Beiträge niedriger ausfallen als der bisherige Pauschalbetrag. Mit den Beiträgen zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung erwirbt man sich entsprechende Ansprüche. Und das kann auch etwas Wert sein.

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