Erfahrungsbericht: Duales Studium Pflege an der Hochschule München

Hochschule/ Akademie: Hochschule München
Dualer Studiengang: Pflege
Unternehmen: Klinikum Augsburg
Studienzeit: 2009 – 2014
Abschluss: Bachelor

Während er am Klinikum Augsburg die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolviert, studiert Dominik Roettger im Rahmen des dualen Studienmodells gleichzeitig an der Hochschule München den Bachelor Pflege. Insgesamt dauert das Studium 9 Semester, was außergewöhnlich für duale Studiengänge ist. In seinem Erfahrungsbericht gibt Dominik einen Einblick in seine Studienzeit.

Nachtrag 2014: Dominik hat nun sein Studium beendet und erzählt am Ende des Erfahrungsberichts, wie es mit ihm weiterging


Darum habe ich mich für ein duales Studium entschieden:
Grundsätzlich für eine Ausbildung zum Krankenpfleger habe ich mich entschieden, da ich einen medizinischen Beruf ausüben, jedoch nicht Medizin studieren wollte. Dieser Berufszweig wird in Zukunft sehr wichtig sein und auch eine gewaltige Aufwertung erhalten (Sofern sich die Politik und die Medien einmal mit diesem Feld beschäftigen, und das müssen sie irgendwann). Da ich die allgemeine Hochschulreife besitze, war mir allerdings die “normale” Ausbildung zu wenig.
Auf dieses duale Studium bin ich nur durch Zufall gestoßen, da es sich, als ich anfing, noch im Anfangsstadium befand (Mein Jahrgang ist erst der 2. in diesem Gebiet in Bayern (2009)).
Der Grund wieso ich mich für ein duales System entschieden habe, ist, dass ich die Vorteile von Ausbildung und Studium nutzen will. In einer Ausbildung erhält man praktische Erfahrung gekoppelt mit dem dazugehören Wissen an der Berufsschule. Im Studium wird einem erweitertes Wissen vermittelt, welches in der Berufsschule nicht behandelt wird.
Ebenso ist der Beruf des Krankenpflegers für mich zwar attraktiv jedoch für die Zukunft nicht genug. Mein Ziel ist es, in einem Master Pflegemanagement zu studieren. Jedoch ist es von großem Vorteil, wenn man als Leitung auch praktische Erfahrung gesammelt hat.


So bin ich an den dualen Studienplatz gekommen:
Die Bewerbung wurde an die Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Augsburg gestellt. Ich gab an, an dem dualen Studiengang interessiert zu sein. Ebenso fand das Auswahlverfahren an dieser Schule statt. Eine separate Bewerbung an der Hochschule ist nicht nötig. Dies übernimmt die Berufsschule. Jedeglich eine Einschreibung ist zum angegebenen Zeitpunkt notwendig. Die Einschreibung findet in München in der Lothstraße statt.


So läuft mein duales Studium ab:
In den ersten 3 Jahren oder 6 Semestern steht die Ausbildung im Vordergrund. Es wechseln sich Praxisphasen, Berufsschulphasen und Hochschulphasen ab. Es werden lediglich 5 Wochen pro Semester an der Hochschule in München/Pasing verbracht. Diese 5 Wochen werden meist in 2/2/1 Wochen geteilt, wobei die letzte Woche für Prüfungen gedacht ist. Prüfungen müssen zwischen 2 und 4 pro Semester absolviert werden. Diese werden schriftlich als Hausarbeiten oder mündlich als Referate verlangt.
In der Berufsschule werden zudem auch noch Schulaufgaben, Stegreifaufgaben, Referate und praktische Noten im Krankenhaus verlangt. Ab dem 7. Semester findet dann das Vollzeitstudium statt. In dieser Zeit befindet man sich ausschließlich an der Hochschule.



Die positiven und negativen Eigenschaften des dualen Studiums sind:
Sehr gut gefällt mir die Verzahnung von Praxis, Berufsschule und Theorie an der Hochschule. Man bekommt einen besseren Einblick in viele Bereiche des Krankenhauses und vor allem sprachliche und kommunikative Kompetenzen werden an der Hochschule München gefördert.

Ebenso ist es von Vorteil, dass man schon etwas “älter” ist. Die Ausbildung schon mit 17 zu beginnen, ist meiner Meinung nach zu früh, da man sich in dieser Zeit häufig noch selbst in der “Findungsphase” befindet. Im Krankenhaus kommen jedoch zeitweise belastende Situationen (psychisch und auch körperlich) auf einen zu. Diese können meiner Meinung nach mit mehr “Lebenserfahrung” und einer breiteren Allgemeinbildung durch das Abitur besser überwunden werden.
Ebenso vorteilhaft ist es, dass man zwei Abschlüsse in kurzer Zeit absolviert. Nach drei Jahren der Abschluss zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Dies birgt den Vorteil, dass man während des Vollzeitstudiums in einem Krankenhaus oder ähnlichem arbeiten kann und nicht auf Aushilfsjobs angewiesen ist. Besteht man das Studium nicht, so hat man wenigstens noch diesen Abschluss in der Tasche.



Meine Tipps für Studieninteressenten:
Nun wiederhole ich mich zwar, aber diese Vorteile sind einfach nicht von der Hand zu weisen: Praxis- und Hochschulwissen kombiniert, zudem zwei Abschlüsse in kurzer Zeit. Dies sind meiner Meinung nach die hauptsächlichen Vorteile.

Informationen sind auf der Homepage der Hochschule München zu finden. Ebenso empfiehlt es sich vorher evtl. jemanden zu kontaktieren, der bereits in diesem Studiengang „zu Hause“ ist. Die ganze Sache ist nicht so einfach, wie es sich anhört.

Ebenso stößt das Studium bei den verschiedenen Teilnehmern auf sehr unterschiedliche Resonanz. Die einen finden es klasse, die anderen überflüssig. Empfehlen würde ich es daher nicht jedem. Die Belastung durch die teilweise doppelte Arbeit ist zeitweise enorm. Ebenso das Pendeln von Augsburg und die Studiengebühren müssen akzeptiert werden. Hier würde ich jedoch raten sich an einer Berufsfachschule für Krankenpflege in München zu bewerben. Wer weitere Informationen zum Studiengang haben möchte, darf mich gerne direkt anschreiben: Bitte stell aber gezielte Nachfragen. Das allgemeine Beschreiben des Studiengangs (zumindest schriftlich) ist nicht so einfach. Es bietet viele Facetten und ist ab und zu doch etwas unübersichtlich.

Nachtrag (April 2014)

Dominik hat sich noch einmal mit uns in Verbindung gesetzt und uns erzählt, wie sein Studium bisher verlaufen ist und wie bei ihm der aktuelle Stand der Dinge aussieht.
Ich habe mein Studium nun abgeschlossen bzw. befinde mich in der Ausarbeitungsphase der Bachelorarbeit.

Wie ich zu Beginn erwähnt habe wollte ich Pflegemanagement studieren. Von diesem Plan bin ich fast komplett abgewichen. Ich habe in der Praxis gemerkt, dass das Management im Krankenhaus eine enorme Belastung darstellt. Personalmangel und dennoch strikte Vorgaben seitens der Geschäftsführung erfordern eine Gratwanderung die nicht einfach zu bewältigen ist. Dies ist jedoch meine Meinung und das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich habe mich für den Weg in die IT Branche entschieden. Ich habe ein Angebot bei einer Firma erhalten, welche Software für Krankenhäuser (KIS) herstellt. Durch mein Studium, meine Erfahrungen im Krankenhaus und mein fundiertes Wissen um IT Bereich bot sich das an. Die Technik in Krankenhäusern wird in Zukunft eine sehr viel größere Rolle spielen als bisher. Somit ist dies meiner Meinung nach ein zukunftsweisender und sicherer Beruf.

Wenn ich so die Wege meiner Kommilitonen betrachte so kann ich sagen, dass viele verschiedene Wege eingeschlagen werden. Manche arbeiten weiter als “normale” KrankenpflegerInnen, manche Studieren in einem Master in Health Management oder Beratung. Einige haben auch direkt einen Job mit diesem Studium gefunden. Z.B. Beratung bzgl. Pflegebedürftigkeit in einem Pflegedienst oder als QualitätsmanagerIn in der ambulanten Pflege.
Theoretisch stehen einem alle möglichen und gewünschten Wege offen. Hier erfordert es sehr viel Eigeninitiative um voran zu kommen. Die Berufsfelder stehen einem nicht immer sofort offen. Man muss ich umhören und ggf. verschiedenste Bewerbungen verfassen. Kontakte zu Absolventen dieses Studiengangs und auch der Karieretag der Hochschulen (einmal jährlich) bieten Vorteile.

Ebenso interessant dürfte für dich sein, wie das Arbeiten während der letzten drei Semester möglich ist.
Ich habe in einem kleinen Krankenhaus in München als Teilzeitkraft gearbeitet (50% bzw. 20 Stunden die Woche). Dies war sehr gut möglich, da mindestens ein Tag unter Woche vorlesungsfrei ist. Ebenso kann ein Früh- bzw. Spätdienst vor oder nach der Hochschule angehängt werden. Nachtdienste sind auch während der Vorlesungszeit möglich, jedoch möchte ich davon abraten. Diese Belastung ist sehr hoch. Zudem kam mir meine Stationsleitung mit der Einteilung meiner Dienste sehr entgegen. Ich habe immer einen Plan meiner Vorlesungen eingereicht und dannach wurde ich gerichtet. Ebenso kann man doch ab und an eine Vorlesung schwänzen, da keine Anwesenheitspflicht mehr besteht. Viele Nachtdienste erhöhen hier das Gehalt erheblich. Eine Personalwohnung vereinfacht die Wohnungssuche sehr und somit hat man doch noch genug Geld im Monat übrig. Prüfungen finden genau so viele wie in der ersten Phase statt.

Mein Angebot Kontakt zu mir herzustellen besteht weiterhin. Hier bitte ich dich gezielte Fragen zu stellen. Das allgemeine Beschreiben des Studiengangs (zumindest schriftlich) ist nicht so einfach. Es bietet viele Facetten und ist ab und zu doch etwas unübersichtlich. Meine Kontaktadresse findest du weiter oben.

Eine Übersicht zum Studienort München und den Hochschulen und Akademien, an denen du dual studieren kannst, findest du auf unserer Infoseite zum dualen Studium in München.

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