Erfahrungsbericht: Duales Studium Bauingenieurwesen

Hochschule/ Akademie: Fachhochschule Köln
Studiengang: Bauingenieurwesen
Unternehmen: Rudolf Hilgenroth GmbH
Studienzeit: 09/2011 – voraussichtl. 04/2016
Abschluss: Bachelor of Engineering



Eigentlich sollte es ein BWL-Studium werden. Doch dann kamen René Winter rechtzeitig noch Zweifel und er entschied sich, Bauingenieurwesen dual zu studieren. Schon nach fünf Bewerbungen erhielt er Einladungen zu Bewerbungsgesprächen und konnte zwischen verschiedenen Unternehmen als zukünftigen Praxisbetrieben auswählen. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen. Sein Fazit: Verdienst, Berufsaussichten und die Einblicke in die Praxis entlohnen für den Aufwand und Stress im Studium.

Darum habe ich mich für ein Duales Studium entschieden:

Erfahrungen duales StudiumNach der damals noch 13jährigen Schullaufbahn an einem Gymnasium in NRW stand ich vor der Entscheidung, wie es mit meiner schulischen bzw. beruflichen Laufbahn weitergehen sollte. Wollte ich in den Job oder weiter die Schulbank drücken? Geld verdienen oder investieren? Schon zu Beginn der Oberstufe liebäugelte ich zunächst mit einem Job im Büro, ein Studium der Betriebswirtschaftslehre stand in Fokus, woraufhin ich mich auch bewarb. Doch mit jedem Bewerbungsgespräch wurde mir klarer, dass das die falsche Entscheidung gewesen wäre – ich brauchte etwas „handfestes“. So durchstöberte ich das Internet nach einem Studiengang, der mehr meinen Interessen entsprach.

In der Fülle der Angebote, die ich zusammen trug, kristallisierte sich darauf mehr und mehr der Job des Bauingenieurs heraus. Nicht zuletzt dank der Internetseite www.werde-bauingenieur.de fiel so die Entscheidung auf ein duales Studium des Bauingenieurwesens im Verbund mit einer gewerblichen Ausbildung zum Straßenbauer. Auch wenn das erst einmal nach einer harten Arbeit aussah, schien mir die Option doch als idealer Kompromiss zwischen akademischer Ausbildung und der „handwerklichen“ Praxis auf der Baustelle.

So bin ich an den Dualen Studienplatz gekommen:

Dualer Studienplatz BewerbungIch war schon einer derjenigen, die auch ein halbes Jahr vor ihrem Abitur noch nichts festes in der Hand hatten. Doch glücklicherweise wird ja scheinbar wirklich überall gebaut… schon nach 5 Bewerbungen kamen Einladungen zu Bewerbungsgesprächen, die nicht nur einmal schnell mit dem Angebot eines Rahmenvertrages endeten. Ein mittelständisches Straßenbauunternehmen im Sauerland sollte es sein. Im Gespräch machte sich schnell der Mangel an qualifizierten Ingenieuren mit dem richtigen „Know How“ bemerkbar, woraufhin man mir auch die guten Chancen nach dem Studium nahe brachte. Lange Rede, kurzer Sinn – nach nur zwei Tagen hatte ich mehre verbindliche Zusagen und einen unterschriebenen Vertrag in der Tasche.

So läuft mein Duales Studium ab:

Erfahrungen duales StudiumDer Rahmenplan des dualen Studiums Bauingenieurwesen sieht eine gewerbliche Ausbildung in einem Bauberuf vor, dazu zählen z.B. Stahlbetonbauer, Zimmerer, Straßenbauer, Gleisbauer, Maurer, Rohrleitungsbauer und einige andere. Bereits vor Beginn des Studiums, im Juni, war der erste praktische Block in der betrieblichen Tätigkeit auf der Baustelle an der Reihe. Neben ersten Eindrücken der Abläufe auf den Baustellen standen hier auch handwerkliche Fertigkeiten im Fokus, die im Rahmen der Berufsausbildung vermittelt werden sollten. Damit war gleichzeitig auch das i.d.R. erforderliche Praktikum auf der Baustelle abgehandelt. Mit dem darauffolgenden Wintersemester begann das eigentliche Studium. Hierzu standen mehrere Hochschulen zur Wahl, die jeweils verschiedene Studienrichtungen anboten. Dazu zählten u.a. die Fachhochschule Köln, Fachhochschule Aachen, Bergische Universität Wuppertal oder die Universität Duisburg – Essen.

Die ersten beiden Jahre, sprich die ersten vier Semester, gestalteten sich im Blockunterricht. So waren im ersten Jahr 3 Tage pro Woche für die überbetriebliche Ausbildung im Ausbildungszentrum vorgesehen. Daher fielen so auch nur 3 der insgesamt 6 Module des ersten Semesters an. Aufgrund des Zeitplanes verlängert sich das Studium automatisch um 2 Semester, um den notwendigen Platz für den dualen Teil zu schaffen. Die übrigen 3 Module folgten daraufhin im 3. und 4. Zeitsemester, die so allerdings erst den 2. Teil des 1. und 2. Semesters beinhalteten. In dieser Zeit fand die überbetriebliche Ausbildung an 2 Wochentagen statt, an denen die Vorlesungen der bereits absolvierten Module stattfanden. Ab dem 3. Fachsemester bzw. 5. Zeitsemester fanden die Vorlesungen an allen 5 Wochentagen statt, da bis hierher der Großteil der betrieblichen Ausbildung absolviert war.

Um die für die Berufsausbildung notwendige Zeit im Ausbildungsbetrieb zu gewährleisten, verbrachte ich die gesamten Semesterferien dort und arbeitete auf der Baustelle mit. So konnte ich bereits einen Teil der im Studium erworbenen Kenntnisse umsetzen und gleichzeitig den gesamten Betrieb kennenlernen, in dem ich wohl auch nach dem Abschluss meines Studiums übernommen werde.

Im Rahmen der gewerblichen Ausbildung war nach 2 Jahren eine Zwischenprüfung vorgesehen, mit der ich den Titel „Facharbeiter“ erwarb. Nach dem dritten Jahr wird die Ausbildung mit der Prüfung zum Straßenbauer „Gesellen“ abgeschlossen. Im Moment laufen die Vorbereitungen dafür, auch wenn die dort gefragten Kenntnisse im Verhältnis zu den Studieninhalten eher einfach erscheinen. Nach dieser Prüfung stehen noch insgesamt 3 Semester an, in denen das Vertiefungsstudium ansteht. Der genaue Studienablauf ist jedoch abhängig von den jeweiligen Studienordnungen der verschiedenen Hochschulen.

Meine Tipps für Studieninteressenten:

Tipps duales StudiumAuch wenn die Zeit zwischen Ausbildung und Studium manchmal knapp zu werden scheint, entlohnen doch der Verdienst, die Berufsaussichten und die Einblicke in die Praxis, die kein Praktikum ersetzen kann, für jeden Aufwand. Solltest also auch Du Interesse an einem „handfesten“ Job haben, schau doch mal vorbei, bei uns auf www.dualstudieren.de oder meiner Seite im Karriereportal Xing – René Winter.

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