Duales Studium & BAföG – geht das?

Das Gehalt des Unternehmens deckt nicht immer alle Kosten, die man als dualer Student hat. Zwar verspricht das Modell „Duales Studium“, dass man ja schon während der Studienzeit ein festes Einkommen hat und daher unabhängiger von anderen Finanzierungsformen ist, allerdings stimmt diese Aussage nicht immer.

Gehalt reicht nicht immer aus

Um zu erfahren, wie die finanzielle Situation unter dualen Studierenden ist, haben wir eine Studie in Foren, via Facebook und über andere Wege gestartet. Die Auswertung von über 400 Teilnehmern zeigt, dass das Versprechen von einem geldsorgenfreien Studium nicht der Realität entspricht. Auf die Frage „Kommst du mit deinem Gehalt aus“ antworteten:

Reicht Gehalt im dualen Studium

Es ist also wichtig, sich auch über weitere Finanzierungsquellen für das Studium zu informieren. Einen Überblick haben wir hier bereitgestellt.



Bin ich BAföG-berechtigt?

Eine der meistgestellten Fragen zur Finanzierung eines dualen Studiums ist die nach der BAföG-Berechtigung. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (daher die Abkürzung BAföG) soll es jedem ermöglichen, ein Studium aufzunehmen, auch wenn die Eltern dies nicht finanzieren können. Dementsprechend muss man, um BAföG erhalten zu können, nachweisen, dass weder das Einkommen der Eltern, noch das eigene Einkommen und Vermögen ausreichen, um den Lebensunterhalt während des Studiums zu finanzieren. Der sogenannte Bedarfsatz nach dem BAföG bestimmt, wie viel Geld Studierenden im Monat mindestens zusteht. Er ist vom Gesetzgeber festgelegt und liegt für nicht bei den Eltern lebende Studenten bei 670 Euro (735 Euro ab WS 16/17). Ob, bzw. wie viel BAföG du monatlich erhältst, wird vereinfacht dargestellt dann wie folgt berechnet:

670 Euro Bedarfsatz
– dein Einkommen/Vermögen
– Einkommen deiner Eltern
——————————
= Dein Förderungsbetrag

Dein Vermögen wird nur angerechnet, wenn du mehr als 5.200 Euro besitzt (7.500 ab WS 16/17) – ein eigenes Auto z.B. gilt dabei auch als „Vermögen“. Wer ein „normales“ Studium absolviert, also nicht im dualen Modell studiert, bekommt außerdem auf das eigene Einkommen bestimmte Freibeträge gewährt: Monatlich können Studierende dann bis zu 400 Euro (450 Euro ab WS 16/17) im Nebenjob dazu verdienen, ohne, dass der Lohn vom BAföG-Förderungsbetrag abgezogen wird.

BAföG im dualen Studium?

Das Problem bei der Kombination Duales Studium & BAföG ist aber folgendes: Für den Verdienst aus einem Ausbildungsverhältnis oder einem Pflichtpraktikum gelten diese Freibeträge nicht (§23 Abs. 3 BAföG). Dein Gehalt im dualen Studium wird also – unabhängig davon, ob du ein ausbildungsintegrierendes oder praxisintegrierendes duales Studium absolvierst – voll auf deine BAföG-Förderung angerechnet: Wenn du 600 Euro monatlich verdienst, werden diese 600 Euro auch komplett von deinem Förderungsbetrag abgezogen. Die meisten dualen Studenten kommen somit für eine BAföG-Förderung nicht in Frage oder bekommen nur sehr wenig. Allerdings gibt es für diejenigen, die weit entfernt von ihrem Arbeitgeber studieren, eine weitere Möglichkeit, BAföG zu erhalten.

Tipp: BAföG im dualen Studium durch richtige Steuererklärung

Wir haben mit Steuerberatern gesprochen, die auch duale Studierende hinsichtlich ihrer Studienfinanzierungsmöglichkeiten beraten. Sie berichteten uns übereinstimmend von einer Möglichkeit, während des dualen Studiums doch BAföG zu beziehen, obwohl das Gehalt zunächst über der Höchstverdienstgrenze liegt.

Wenn nämlich eine größere Entfernung zwischen dem Ausbildungs-/ Praktikumsbetrieb und der Hochschule/ Berufsakademie liegt, muss man ja entsprechend viel reisen. Und diese Kosten kann man als Werbungskosten in der Steuererklärung anrechnen lassen und von der Steuer absetzen. Diese Reisekosten (bzw. als Werbungskosten angesetzte Kosten) können so hoch ausfallen, dass sie im Endeffekt das Bruttogehalt unter die Höchstverdienstgrenze drücken. Das wollen wir in einem ganz simplen Beispiel darstellen:

Bafög Duales Studium

Wir geben zu, dass dieses Beispiel SEHR vereinfacht dargestellt ist, aber wir möchten dir den Kern der Aussage besser erklären. Wie genau das Absetzen der Werbungskosten von der Steuer funktioniert, solltest du dir von einem Steuerberater erklären lassen.

Das Fazit ist aber: Duales Studium & BAföG passen doch zusammen, wenn du aufgrund der Absetzbarkeit der Werbungskosten in die Förderungsfähigkeit rutscht. Dann musst du deine Jahres-Steuererklärung beim BAföG-Amt einreichen und kannst mit einem Zuschuss rechnen. Natürlich hängt auch die Höhe von dem letztendlichen Verdienst ab, in unserem Beispiel wird keine große Förderung herausspringen. Aber es gibt auch duale Studierende, die durchaus hunderte Euro und mehr pro Monat als Unterstützung erhalten.

Achtung: Nicht jeder Studierende ist förderungsberechtigt

Was man auch bedenken sollte, bevor man sich an das BAföG-Amt wendet, ist, dass nicht jedes duale Studium die Voraussetzung überhaupt mitbringt, damit der jeweilige Student auch gefördert werden kann. Die Berufsakademien in Hessen, Niedersachsen und Hamburg sind nämlich nicht förderungsfähig. Und da diese Berufsakademien ihre Studiengänge teilweise auch in anderen Bundesländern anbieten, kann es also sein, dass du z.B. in Baden-Württemberg einen Standort der Berufsakademie besuchst, aber keine BAföG-Unterstützung bekommen kannst. Also informier dich bei deiner Hochschul- bzw. Berufsakademie-Suche immer zu diesem Punkt.

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SRH Riedlingen