Ein duales Studium gilt vollständig als Erstausbildung

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Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Münster stärkt die Position von Eltern in Sachen Kindergeld. Das Gericht hatte über einen Fall zu entscheiden, bei dem ein junger Mann nach seinem Abitur ein duales Bachelor-Studium im Studiengang Steuerrecht aufnahm und parallel eine studienintegrierte praktische Ausbildung zum Steuerfachangestellten absolvierte. Nachdem er die Prüfung zum Steuerfachangestellten erfolgreich abgeschlossen hatte, stellte die Familienkasse die Zahlung von Kindergeld ein, mit der Begründung, es handele sich um eine Erstausbildung und der anschließende Bachelor stelle folgerichtig eine Zweitausbildung dar. Verwiesen wurde dabei auf die seit 2012 geltende neue gesetzliche Grundlage, nach der Kindergeld für volljährige Kinder nur für die Zeit der Erstausbildung bewilligt werden kann.

Kindergeld wird für den gesamten Zeitraum des Dualen Studiums ausgezahlt

Dieser Logik folgten die Richter am FG Münster nicht, sie stellten in ihrer Urteilsbegründung fest, dass ein Duales Studium in seiner Gesamtheit als Erstausbildung/Erststudium zu bewerten ist und damit der Anspruch auf Kindergeld bis zum Erreichen des angestrebten akademischen Grades, dem Abbruch des Studiums oder dem Erreichen des 25. Lebensjahres bestehen bleibt (Az: 2 K 2949/12 Kg).

Das Urteil schafft allerdings noch keine abschließende und vollständige Rechtsicherheit für Eltern und Studierende in einem dualen Studiengang, denn die Familienkasse hat eine Nichtzulassungsbeschwerde gegen die Entscheidung des Finanzgerichtes eingelegt, deren Ausgang noch offen ist.

FOM
SRH Riedlingen